Von den (Groß-) Eltern gebucht – Reiseveranstalter werben um Eltern und Kinder gleichermassen

Kinder und Jugendliche bieten ein großes Potential für Reiseveranstalter. Schließlich haben sie viel mehr Ferien als ihre Eltern. Doch sind diese immer noch der wichtigste Ansprechpartner, denn nur sie können die Reisen buchen. Deshalb fahren die meisten Reiseanbieter zweigleisig: Sie versuchen Eltern und Kinder parallel für ihr Angebot zu begeistern.

Der Sprachreiseanbieter „Oskar lernt Englisch“ setzt auf das Internet und Feste, um Kinder- und Jugendlichen auf sich aufmerksam zu machen. Sie haben einen Facebook-Account und sind bei Twitter aktiv. In den Social Networks starten sie häufig Mitmachaktionen, um Kinder- und Jugendliche für ihre Angebote zu gewinnen. Zum Beispiel können die Kinder auf Fotos nach dem Maskottchen Oskar suchen.  Ihre aktuelle Aktion ist allerdings offline: Aus dem Flyer können die Kinder ein Schiffchen falten. Damit setzen sie auch bei den Jüngeren in Klasse eins bis drei an. „Die Eltern freuen sich, wenn auch schon ihre Kleinen Englisch lernen können“, erklärt Mathias Metzner, Campkoordinator. Um mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten organisiert „Oskar-lernt-Englisch“ Projektwochen an Schulen und ist auf Kinderfesten präsent. Sie stehen ständig und direkt mit der Zielgruppe in Kontakt. Der Weg zur Reise mit „Oskar lernt Englisch“ führe dennoch vor allem über die Lehrer und Eltern. Hier erfolgt der Kontakt weniger spielerisch wie bei den Kindern, sondern über Flyer, den Internetauftritt und über die Schulen.

Im Bereich der Jugendherbergen sind die Großeltern immer öfter die treibende Kraft für die Reise. Markus Hirschberg vom Deutschen Jugendherbergswerk Berlin-Brandenburg erkennt in den letzten Jahren den Trend zu Familienreisen mit der Jugendherberge als Unterkunft. Auch die Großeltern werden hier immer aktiver. Sie wollen gerne Urlaub mit ihren Enkeln machen. „In den Jugendherbergen müssen sie sich keine Gedanken über umgekippte Tassen machen. Das ist viel unkomplizierter als im Hotel“, erklärt Hirschberg. Die Großeltern ständen an zweiter Stelle, nach den Eltern, wenn es um die Herbergsbuchung geht. Die Lehrer machen den dritten Platz. Das Bewusstsein, dass Jugendherbergen sich auch für den Privaturlaub eignen ist in den letzten sechs Jahren gestiegen. „Das freut uns sehr“,  sagt Hirschberg. Die Information über die Unterkünfte erfolge primär online. Gebucht würde allerdings immer noch häufig über das Telefon. Doch auch die Internetbuchungen nehmen zu. In Brandenburg gibt es die Möglichkeit, den Aufenthalt in den Jugendherbergen online zu buchen, allerdings erst seit 2012.

Online buchen liegt im Trend

Der Trend zur Onlinebuchung ist auch insgesamt zu erkennen. Das ergeben die Erhebungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Von 2011 auf 2012 stieg die Zahl der über das Internet gebuchten Reisen um sechs Millionen.  Mehr als ein Drittel der Familienreisen werden schon online gebucht. Damit sind Onlinebuchung, Reisebüro und Katalog fast gleichauf. Auch die Buchung über Smartphones wird immer wichtiger. Die GfK geht davon aus, dass Buchungsapps in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen werden.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Kurztrips Trends

Glamping verbindet Glamour und Camping – Eurocamp setzt voll auf die neue Art von entspanntem Familienurlaub

Foto: Simone Pokrandt, Marketingleiterin von Eurocamp. Quelle: Jana Rentmeister

Gegensätzlicher kann die Vorstellung eines Urlaubs kaum sein: Wie passen unbequeme Isomatten, wettersensible Zelte und knisterndes Lagerfeuer zu luxuriösen Badezimmern und einem Vor-Ort-Service der Spitzenklasse? Eurocamp bietet jungen Familien genau das: Abenteuer für die Kids und Entspannung für die Eltern – eben Harmonie für die ganze Familie.

Mit der Rolle Klopapier unterm Arm über den dunklen Campingplatz zu den Sanitäranlagen huschen, ein vom Regen durchnässtes Zelt wieder abbauen und nachts vom Lärm der Jugendlichen wachgehalten werden – keine schöne Vorstellung für viele Mütter und Väter, die sich Erholung für die ganze Familie wünschen. Viele Reisende lehnen oftmals das Camping als Urlaubsform ab – besonders mit kleinen Kindern sind das eigene Kochen und die Anreise mit viel Ausstattung genügend Hindernisgründe und der Urlaub ist mit mehr Aufwand verbunden, als man im Gegensatz an Entspannung zurückbekommt.

Beim Glamping zieht sicher der Glamour durch die den ganzen Urlaub, von Anfang bis Ende: Familien erreichen ihren gebuchten Campingplatz und finden das aufgebaute Zelt vor, während des Urlaubs nutzen sie Geschirr und Töpfe der Unterkunft und erkundigen sich nach Ausflugsmöglichkeiten bei der extra eingerichteten Eurocamp-Rezeption und vor Abreise können die Urlauber getrost auf die Endreinigung verzichten – das ist alles inklusive.

„Es gibt wirklich einen positiven Unterschied“, weiß Ralph Binder aus Idstein. Er hatte bei der ITB 2012, der weltweit größten Reisemesse, dem Vortrag von Simone Pokrandt, der Marketingleitung von Eurocamp, gespannt zugehört, denn er kennt Eurocamp und lacht: „Die Atmosphäre ist einfach der Hammer! Unsere Kinder waren die ganze Zeit beschäftigt, hatten direkten Anschluss zu den anderen Urlaubskindern und meine Frau und ich mussten uns erst einmal daran gewöhnen, dass wir gar nicht gefragt waren.“ Auf den gewohnten Standard musste Binder nicht verzichten.

Eurocamp spricht vor allem junge Familien an, bei denen viel Wert auf Natur, Gesundheit und Kindererziehung gelegt wird. Die meisten haben ein mittleres bis hohes Einkommen. „Vor allem die Vielverdiener“, so Simone Pokrandt, „sind oft von den 5-Sterne Hotels gelangweilt. Zwar wollen sie auf das eigene Bad nicht verzichten, aber bevorzugen für den eigenen Sommerurlaub mit der Familie eine legere Atmosphäre ohne gehobene Etikette. Oft nutzen auch Großeltern Eurocamp, um mit ihren Enkeln entspannte Tage zu genießen.

Durchschnittlich kostet eine Woche Urlaub für eine Familie mit bis zu sechs Personen 800 Euro. Für Alleinerziehende gibt es einen besonderen Rabatt. Das ist vergleichbar mit einer normalen Ferienwohnung. Zum Service zählt außerdem eine kompetente vor Ort-Betreuung sowie die qualifizierte Kinderbetreuung. Besondere Highlights werden gegen Gebühr hinzugebucht.

Mehr Informationen unter http://www.eurocamp.de

Allgemein ITB 2012 Trends

Auszeit und Abenteuer: Ein Urlaub im Zoo

Foto: Tierpark Hagenbeck, Hamburg. Quelle: Götz Berlik

Im Urlaub entspannen, ein bisschen Natur genießen und nebenbei vielleicht auch noch etwas für die Bildung tun? Dafür geben viele Menschen eine Menge Geld aus – müssten sie aber nicht. Direkt vor der Haustür gibt es das alles günstiger: Im Zoo.

Was früher ein Ort für Wochenendausflüge mit den Großeltern war, ist heute bei vielen Menschen wieder „in“. Viele Zoos in Deutschland profitieren von diesem Trend, wie der „Zoo am Meer“ in Bremerhaven und der Tierpark Hagenbeck in Hamburg zeigen. Die Zoos von heute bieten weit mehr als nur „Tiere gucken“. „Wir bieten kommentierte Fütterungen, bei uns kann man Lernen, Kuscheln, Spaß haben – oder einfach die Seele baumeln lassen“, erzählt Nicole Tönjes, Prokuristin des „Zoos am Meer“ in Bremerhaven.  Das Besondere am „Zoo am Meer“: Bei direktem Blick über den Deich auf die Weser, lassen sich durch die Glasfenster gleichzeitig Pinguine, Seerobben und andere Wasserbewohner beobachten. Das Prinzip der unterschiedlichen Ebenen macht es möglich, erklärt Nicole Tönjes, denn jedes Tier kann sowohl an Land, als auch unter Wasser beobachtet werden. Dass es unter Wasser im Zoo am Meer besonders tierfreundlich zugeht, ermöglicht eine spezielle Meerwasseraufbereitungsanlage, die – im Unterschied zu den meisten Zoos – einmal pro Stunde 3,5 Millionen Liter Salzwasser filtert. Das, und die Tatsache, dass sich der „Zoo am Meer“ auf wasserbezogene und nordische Tiere spezialisiert hat, machen den kleinsten Zoo Deutschlands zu einem attraktiven Ausflugsziel.

Wem ein Tag im Zoo in Bremerhaven nicht ausreicht, der kann ins nahe Hamburg weiterfahren: In den Tierpark Hagenbeck. Über 100 Jahre gibt es ihn schon und seit seiner Gründung ist er immer ein Familienbetrieb geblieben. Hier kann sogar direkt neben dem Zoo wohnen: Im von Gründer Hagenbeck konzipierten Hotel, dass auch längere Urlaubsaufenthalte mit unmittelbarem Zoo-Charakter ermöglicht: Das erst kürzlich von holidaycheck.de ausgezeichnete Hotel, hat seine Zimmer mit tierischen Accessoires aus Afrika originalgetreu eingerichtet. „Auf seiner Afrikareise ist Herrn Hagenbeck durch Zufall sogar eine Kiste in die Hände gefallen, die von Auswanderern aus Hamburg stammte. Die ist nun wieder in der alten Heimat und schmückt das Hotel“, erzählt Katrin Hotes, Leiterin der Marketingabteilung des Tierparks Hagenbeck. Wer nach wie vor der Meinung ist, im Tierpark trifft man nur auf Familien mit Kindern, der kann sich im Hagenbeckschen Tierpark eines Besseren belehren lassen: Unter den Besuchern gibt es selbst Businessleute, die ihre Mittagspause während einer Tagung im Hotel mit einem Spaziergang durch den Zoo auflockern. Außerdem gibt es für Unternehmen spezielle Angebote, wie beispielsweise das „Dinner unter Haien“. „Bei unseren Firmenevents bieten wir auch Dinner direkt vor der Panoramascheibe unseres Tropenaquariums an, in dem Haie, Rochen und andere Meeresbewohner umherschwimmen“. Ein Erlebnis für sich, findet Katrin Hotes.

Neben dem Tropenquarium – das auch bei schlechtem Wetter nicht von einem Zoobesuch abhalten muss – ist der Tierpark Hagenbeck für seine gitterlose Tierhaltung bekannt. Tiger, Löwen oder Elefanten werden nur durch natürliche Barrieren, wie beispielsweise Gräben, Hecken oder Wälle von den Besuchern getrennt: Eine Methode, die sich Gründer Hagenbeck sogar patentieren ließ. „Kürzlich kam aus San Diego eine Anfrage, dieses Prinzip dort auch vor Ort umzusetzen“, sagt Hortes. Auch verfallene Hütten, eine Ranch im Schlangengehege oder Skorpione im alten Kleiderschrank sind im Tierpark Hagenbeck eine Art der Gehege-Einrichtung, die es den tierischen Bewohnern ermöglicht, sich „ganz wie zuhause“ zu fühlen. Außerdem ist der Tierpark Hagenbeck auch im Zuchtprogramm und Artenschutz aktiv. In diesem Jahr ist die Eröffnung des Eismeers geplant: „Da wird es eine Art Kanal geben, durch den man unmittelbar durch das Eismeer laufen kann. Pinguine und Eisbären lassen sich also direkt beobachten“. Etwas völlig Einzigartiges in der Zoolandschaft, findet Katrin Hortes.

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