Tourismus – Chance oder Feigenblatt für Aserbaidschan?

Menschenrechte werden unter den Teppich gekehrt

 

Dieses Jahr ist Aserbaidschan als offizieller Kulturpartner mit besonders vielen Angeboten auf der ITB vertreten.

Es wirbt mit Bildern von der unberührten Natur des kaspischen Kaukasus, der Tradition der Teppichwebekunst und der Millionenmentropole Baku. An dem Stand des Kultur- und Tourismusministeriums erfährt man, dass Aserbaidschan eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt hat.
Was man hier nicht erfährt: 2013 landet das Land in der Rangliste für Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen auf Platz 156, hinter Ländern wie Afghanistan oder dem Irak. Auch von der hohen Arbeitslosigkeit, die insbesondere junge Leute betrifft, ist hier auf der Messe nichts zu hören. Der Kultur- und Tourismusminister Abulfas Garayev betont: „Our country is open.“ Die Reaktion von Marie von Möllendorf, der Fachreferentin von Amnesty International für Zentralasien: „Gegenüber ihren Kritikern zeigt sich die aserbaidschanische Regierung ganz und gar nicht offen und tolerant. Vielmehr lässt sie weiterhin Demonstrationen brutal niederschlagen oder von vorneherein verbieten“. So geschehen bei Protesten im Januar. Tausende größtenteils junge Menschen wendeten sich gegen die korrupten Strukturen des ölreichen Landes, das für sie nur Arbeits- und Perspektivlosigkeit bereithält.

Mit Wachstumsraten von über 10% und einem Anstieg der Touristinnen und Touristen von 450.000 auf 2.5 Millionen in den vergangenen Jahren boomt der Tourismussektor in Aserbaidschan.
Über tausend Ausbildungsplätze wurden laut Kulturministerium in diesem Bereich geschaffen. Dies könnte einen Ausweg aus der Perpsektivlosigkeit bedeuten.

Allgemein Fernreisen ITB 2013