Zeit für eine kurze (Raucher-) Pause

Mohammed Ali Dashti bei seiner Raucherpause

Messebesucher der ITB entfliehen der Hektik zum „Durchatmen“ bei der Raucherpause
– Young Press Teilnehmerin Patricia auf Expedition

Für meine Recherche frage ich nach den Top-Raucher-Hotspots. Die Antwort ist immer die gleiche: „Just any exit nearby“. Das bestätigt auch Ina, eine Marketingmitarbeiterin aus Österreich, die ich vor einem Messhallenplan kennenlerne. Sie ist in Eile. Nur dadurch, dass ich sie begleite, können wir miteinander sprechen. Es sind noch 15 Min bis zu ihrem nächsten Termin und sie muss noch 16 große, dicht befüllte Hallen durchqueren. „Mein Chef sagt, ich soll schauen, dass ich mindestens einmal die Stunde an die Luft komme – Pause machen. Vielleicht eine rauchen. Das schafft man natürlich nicht.“ Am heutigen letzten Fachbesuchertag der ITB geht es besonders hektisch zu. Wir verabschieden uns bei Halle 17 und ich nehme den „next exit nearby“, um weitere Raucher kennenzulernen.

Andrea Krebs bei ihrer RaucherpauseDraußen pfeift kalter Wind, die Sonne scheint und es liegen zahlreiche Zigarettenstummel auf dem Boden. Aschenbecher gibt es nicht und es stehen auch keine Sitzbänke bereit. Die sonnigen Plätze auf der Bordesteinkante sind beliebt. Ich ergattere einen und beobachte die Szene. Die Leute stehen verteilt in der Sonne, jedoch entfernt sich keiner weiter als 10m von der Tür, durch die sie gekommen sind. In der rechten Hand die Zigarette haltend, links das Smartpone. Mit konzentriertem Blick checken sie ihre nächsten Termine, keiner redet. Eigentlich hätte ich erwartet, dass hier der pefekte Ort ist, wo sich die Messevertreter aus aller Welt unkompliziert kennen lernen und plauschen können.

Jetzt bin Ich fast überrascht, als ich ein zartes „Excuse me. Do you have a lighter?“ mit französischem Akzent höre. Die Pariserin setzt sich neben mich und wir kommen ins Gespräch. Ich erkläre ihr meine Verwunderung über das eher ungesellige Verhalten der anwesenden Raucher. „The fare is quite stressful. It´s loud, it´s busy. One needs a break to breathe, to think and at least have a little time for yourself“, sagt sie, schweigt und dann verschwindet sie auch schon wieder. Ein braungebrannter blonder Mann im Safari-Outfit nimmt ihren Platz ein. Auf dem Rücken seiner Jacke steht „Uganda“ in großen Lettern. Mathias war schon öfter auf der ITB und wirkt entspannt.“Vor allem die Frauen starren hier viel auf Ihre Smartpones. Aber es kommt drauf, an wo man steht. Gestern habe ich beim Rauchen am Haupteingang einen netten Kollegen aus Singapore kennengelernt. Es stellte sich sogar heraus, das unsere Firmen schonmal miteinander zu tun hatten. Beliebte Themen sind auch anstehende ITB-Partys und Veranstaltungen“.

Mathias Kronemann bei seiner RaucherpauseRoman, ein Einkäufer aus der Schweiz erklärt mir „Geschäftsgespräche sind mit ein Hauptgrund für Raucherpausen. Man kann sehr gut Informationen und Empfehlungen austauschen. Und das ist mit das beste Marketing, das es gibt.“ Aber hier auf der ITB genießt auch er sichtlich den kurzen Moment der Ruhe „Ich bin seit heut morgen um 6:30 Uhr nur auf Achse und freue mich schon auf den Feierabend.“ (pac)

Allgemein ITB 2014 Tag 3 | 7. März 2014

Wellness ist nicht gleich Wellness – Wie man ein gutes Angebot erkennt

Foto: beauty24.de

Aryuveda, Entgiftungskuren, Rosenbad oder Meditation: Wellness kann viel bedeuten und ist ein nicht geschuetzter Begriff. Bis heute muessen sich Kunden selbst ueber die Qualitaet und Produktpalette der Anbieter umfangreich informieren, wenn die Auszeit in der Wellnessoase ein Erfolg werden soll. „Die wichtigsten Tipps geben dabei Freunde, Hotelbewertungen und Empfehlungen in Internetforen“, sagt Michael Altewischer, Geschaeftsfuehrer Wellness Hotels & Resorts. Denn Unternehmen mit Wellnessangeboten sind nicht verpflichtet, sich zertifizieren zu lassen.

„Das Verständnis des Wellnessbegriffs hat im deutschsprachigen Raum sehr unter seiner unqualifizierten Verbreitung und Umsetzung gelitten. Wellness wird hierzulande häufig nur mit passivem Verwöhntwerden, Sauna und Whirlpool, Sinnesrausch und luxuriösem Ambiente in Verbindung gebracht. Dies wird dem eigentlichen Inhalt dieses Gesundheitskonzeptes in keiner Weise gerecht.“, schreibt auf seiner Webseite der Deutsche Wellnessverband. Denn der Grundgedanke des Wellness ist, Krankheiten erst gar nicht entstehen lassen. Durch eine bewusste Lebensweise soll der Mensch gesund bleiben. Der Qualitaetsanspruch im Wellnessbereich ist demnach gross.

Deswegen vergeben neuerdings veschiedene Reiseveranstalter hauseigene Zertifikate. Kunden werden befragt, Stichproben vorgenommen und regelmaessige Besuche von Produktmanagern sollen die Qualitaet bei Wellnessanbietern sicher stellen. Glaubwuerdigkeit beim Kunden hilft den Unternehmen bei ihren Marketingstrategien. So bietet auch der Deutsche Wellnessverband eigene Qualitaetssiegel an. Unabhängige Sachverständige pruefen den Standard an Qualität und persönlichem Service in anonymen Tests. Hier werden die Gesamtleistungen bewertet, sowohl Einrichtung als auch Mitarbeiter. Das ist zumindest eine erste Orientierungshilfe.

Trotz zahlreicher Bewertungenskanaele heutzutage hat der Kunde bei dem grossen Angebot keine absolute Garantie auf Qualitaet. Dem Reisenden bleibt nach wie vor nur die Eigeninitiative sich vorab gruendlich zu informieren und zu vergleichen. Nicht alles mag Wellness sein, was sich Wellness nennt. (dia)

ITB 2014 Tag 1 | 5. März 2014

Jugendlichen den Sommer ihres Lebens ermöglichen

v.l. Alexis Quantel, Patricia Slunjski

Berlin, 5. März. Wenn es für Jugendliche zum ersten Mal ohne ihre Eltern in den Urlaub geht, dann meistens über eine Jugendreise. Es ist der erste Urlaub mit Freunden, fremde Menschen und um sich in einer unbekannten Stadt zu Recht zu finden. Interessante Erfahrungen, aber auch neue Herausforderungen warten dort auf sie. Häufig geht der erste Urlaub in einen Partyort wie Calella oder Lloret de Mar in Spanien. Die Jugendlichen werden auf diesen Touren von so genannten Teamern betreut, die oft nur wenige Jahre älter sind und zum Beispiel Partyexzesse begrenzen müssen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Alexis Quantel ist 25 Jahre alt und einer dieser Teamer bei  Ruf Reisen. Seit sieben Jahren arbeitet er für die Organisation, die Jugendreisen für unterschiedliche Altersklassen veranstaltet. Vor Ort unterstützen ihn zusätzlich so genannte Langzeit- Teamer. Sie sind älter, haben jahrelange Erfahrung und sind den gesamten Sommer über in den Reisezielen vor Ort.

Voraussetzungen für eine Anstellung als Betreuer
Vor seinem ersten Einsatz für Ruf Reisen hat Alexis Jugendgruppen auf Kirchenfahrten betreut. Diese Vorkenntnisse haben ihm bei der Einladung zum Seminar geholfen. Auch Sprachkenntnisse sind Auswahlkriterien für die Einladung als Teamer. Es gibt entweder ein fünftägiges Seminar oder ein dreitägiges Intensivseminar. Dort werden Konflikte simuliert und das Sprechen vor Gruppen trainiert. Der Veranstalter Ruf Reisen empfiehlt zwar, das längere Seminar zu besuchen, viele Bewerber haben aber keine fünf Tage Zeit und besuchen den Intensivkurs, erklärt Inga Hörttrich von Ruf Reisen. Alle Mitarbeiter der Organisation, sogar das Küchenpersonal, müssen das pädagogische Seminar besuchen, aber nicht jeder werde danach eingestellt.

Schwierige Gratwanderung
Viele Studenten wie Alexis arbeiten in ihrer vorlesungsfreien Zeit für Veranstalter von Jugendreisen.  Die Arbeit für Ruf Reisen sei für ihn auch Urlaub und überfordert hat er sich trotz der geringen Altersunterschiede zu den Mitreisenden bisher nie gefühlt. „Es ist schwierig streng und gleichzeitig nicht zu streng mit den Jugendlichen zu sein, ich versuche ein freundschaftliches Verhältnis zu ihnen aufzubauen“, beschreibt Alexis seine Beziehung zu seinen Teilnehmern. Seit Jahren stehen seine Pläne für den Sommer fest: „Den Jugendlichen den Sommer ihres Lebens ermöglichen.“ (ani)

ITB 2014 Kinder- und Jugendreisen Tag 1 | 5. März 2014

Hotelbetten durch die Brille

Mit einer Brille ist es bald möglich sein Urlaubsziel in einer 360-Grad-Simulation zu erleben

Vor mir steht das gemachte Bett, hinter mir knistert das Kaminfeuer der Suite. Ich stehe mitten auf der ITB und blicke durch eine Brille direkt in ein Hotelzimmer. Ein Scherz? Nein, die Zukunft. Das Hannoveraner Unternehmen Digital Media Group präsentiert auf der Messe das Brillenmodell Oculus Rift. Die Brille ermöglicht es, in einer 360-Grad-Computer-Simulation beispielsweise in Hotels oder Landschaften der Wunschdestination hineinzuschauen. Anwendung findet das Gerät mit matt-schwarzen Visier bis jetzt nur im Bereich der Computerspiele. Das Gerät ist kaum größer als eine Ski-Brille. Die Idee dahinter: „Die Brille ist zum Beispiel für Reisebüros interessant“, heißt es beim Hersteller. „Kunden könnten sich in Zukunft zu Hause ihr Wunschhotel oder ihre Traumdestination ansehen.“ Die Kosten für das Gerät liegen bei umgerechnet 218,40 Euro. (pac)

 

Allgemein ITB 2014 Tag 1 | 5. März 2014

Video: Warum muss ich mich im Auto anschnallen? – Ein Test mit dem Überschlagssimulator

Fahnen der ITB-Berlin; Foto: ITB-Berlin

Anschnallen im Auto ist für viele eine nervige Pflicht. Für was also überhaupt den Gurt anlegen? Auf der ITB kann man am Stand des ADAC testen, was bei einem Autoüberschlag passiert. Madeleine Hofmann hat die Simulation begleitet.

Video: httpv://youtu.be/vGK_FlFke3A

ITB 2013 Video young press

Blogger auf der ITB – Für die einen ein Fluch, für die anderen ein Segen

Foto: Blogger-Speeddating. Hier konnten sich die Aussteller mit den Bloggern austauschen. Quelle: http://newsroom.itb-berlin.de/de/itb-blogger-speed-dating

 

Schon im letzten Jahr konnten sich Blogger auf der ITB akkreditieren. Da lief es allerdings noch nicht so professionell ab. Trotzdem waren rund 140 Blogger da. In diesem Jahr hat sich die Messe noch stärker um sie bemüht. Neben Speeddating mit den Unternehmen gibt es Vorträge von Bloggern. Ansonsten recherchieren sie wie die Journalisten.

220 Blogger sind auf der ITB 2013 akkreditiert. Abgelehnt hat Lea Karnatz, Mitarbeiterin der Pressestelle der ITB, kaum jemanden. Insgesamt hatten sich 307 Blogger für eine Akkreditierung angemeldet. Abgelehnt wurde nur, wer entweder einen kommerziellen Blog betreibt oder nichts mit Reisen zu tun hat. Wichtig für die Zulassung war auch, ob die Blogs gelesen werden. Deshalb mussten die Blogger unter anderem die Anzahl der Twitterfollower und Facebookfans angeben.

Für die Messe sind die Blogger genauso wichtig wie die Journalisten. Vor allem die Unternehmen auf der Messe interessieren sich für die Blogger. Die Blogger sind näher an den Reisenden, meint Karnatz. Sie tragen die Infos und Tipps schnell an ihre Fans weiter. Finden sie etwas gut, übernehmen ihre Fans diese Meinung wahrscheinlich, denn Blogger haben oft den Status eines Freundes. Die Messe hofft so auf eine gute PR für die Unternehmen. „Blogger vermitteln eher die emotionale Qualität und sind authentischer“, meint Karnatz. „Sie stehen mit beiden Beinen im Thema und nutzen die Apps und Technologien, die hier vorgestellt werden, ständig.“  Die neue Technik ist ein wichtiges Thema für die Messe. Die Journalisten sieht Karnatz vor allem als Vermittler von harten Fakten und als Informationsquelle für die Besucher.

 

„Eine Abwertung des Journalistenhandwerks“

Edith Kresta, Reisejournalistin bei der taz, bewertet die Anwesenheit der Blogger auf der ITB negativ. Als großes Problem der Blogs sieht sie die ungefilterten Informationen. Journalisten sind verpflichtet, Informationen kritisch zu hinterfragen. Sie dürfen keine PR oder Werbung für ein bestimmtes Produkt machen. Blogger unterliegen diesem Kodex nicht. Die Informationen, die auf Blogs zu lesen sind, werden deshalb nicht gefiltert. Kresta sieht die Blogberichterstattung über die ITB als Verflachung der Informationen für die Leser. Informieren sie sich nur über Blogs, bekommen sie Informationen geliefert, bei denen nicht zwischen Werbung und reflektierter Berichterstattung unterschieden wird. Es geht der Journalistin nicht um eine Benachteiligung ihrer Arbeit auf der ITB, sondern um eine Abwertung des journalistischen Handwerks. „Wir haben Angst, dass uns durch das Internet das Wasser unter den Füßen weggegraben wird“, erklärt Kresta.

Diese Haltung der Journalisten gegenüber den Bloggern kann Reisebloggerin Yvonne Zagermann bestätigen. Sie fühlt sich von den Journalisten auf der Messe oft nicht ernst genommen. Auch auf Pressereisen würde eher die Nase gerümpft, wenn sie als Bloggerin mitkommt, erzählt sie. Ihr ist es wichtig, dass sie schreibt, was sie meint. Sie hält ihren Blog von Werbung und PR frei. Nur selten findet man einen Verweis zu einer bestimmten Kamera oder einem Hotel. „Von den PR-Leuten lasse ich mir nichts sagen. Wenn ich ‚Scheiße‘ schreiben will, dann schreibe ich das auch.“, sagt sie. Andere Blogger würden das aber auch anders halten. Um die Qualität von Blogs zu verbessern, hat Zagermann mit ein paar anderen Bloggern einen Blogger-Kodex erstellt. Verpflichtend ist der allerdings nicht.

Allgemein ITB 2013 Topstories Trends

Messetour mit Kindern – ein Selbstversuch

 Ein Clown auf der ITB-Messe; Foto: Sara Bagladi

Messespaß für Kinder? Das müssen wir ausprobieren – schließlich schlummert in jedem von uns noch ein Kind. Als Vorbereitung auf die anstehenden Privatbesuchertage, haben wir die von der ITB vorgeschlagene Laufroute für Familien mit Kindern  getestet.

Erste Station: In Halle 1 stehen schon alle Zeichen auf Fußball-WM in Brasilien. Leider haben wir Fußball-Ikone Uwe Reinders gerade verpasst. Das Standpersonal verspricht uns, dass er morgen wieder Rede und Antwort steht und auch gerne für Erinnerungsfotos posiert. Unterstützung bekommt er von Lutz Pfannenstiel, dem ehemaligen deutschen Fußballtorhüter und vielleicht schaut auch Mirko Slomka vorbei. Übrigens gibt’s hier Cocadinhas da Bahia, leckere brasilianische Süßigkeiten.

Spannung und Vorfreude auf die Kindertour

Spannung und Vorfreude auf die Kindertour

Zweite Station: Hier in Peru werden morgen traditionelle Tänze wie Marinera und Huaylas vorgeführt. Wir testen schon einmal Pisco Sour, den landestypischen Cocktail mit Traubenschnaps  –  eine gute Erfrischung für die Eltern.

Dritte Station: Wir sind gespannt auf das angebliche Highlight der Kinderroute: In Halle 4 soll es viele Spiele und Aktionen für Kinder geben. Doch auf der Suche nach dem Weg dorthin lässt unsere Aufmerksamkeit nach. Wir entdecken die Matrioschkas in der Russland-Halle. Die sind einen Schnappschuss wert!

Matrioschkas in Russland

Matrioschkas in Russland

Nach einem längeren Weg an langweiligen Ständen vorbei, kommen wir endlich im Kinderparadies an: Hier herrscht zwar bunteres Treiben, man kann klettern und es gibt Platz zum Toben. Von den Vorbereitungen für Gewinnspiele, Schminkecke, Brotbäckerei und Tanzvorführungen am Wochenende können wir aber noch nichts entdecken.

Vierte Station: Wir ziehen weiter nach Andalusien. Dort sollen wir uns schon wieder einen Tanz anschauen. Immerhin gibt es hier Gummibärchen.

Könnte mal wieder spannender werden

Könnte mal wieder spannender werden

Bevor wir zu der fünften Station in Hessen gelangen, streifen wir Irak und Iran. Diese Länder sind überhaupt nicht auf Kinder vorbereitet – langweilig. Noch mal Jacke und Mütze anziehen, denn um zu Halle 7.2 zu kommen, müssen wir nach draußen in die Kälte. Doch der Weg lohnt sich. Hessen ist ein wahres Märchenland! Schneewittchen und die 7 Zwerge, Frau Holle, Schneeweißchen und Rosenrot und sogar Dornröschen warten auf uns. Morgen hat sich der Rattenfänger angekündigt – hoffentlich lässt er seine Gefolgschaft zu Hause.

Frau Holle und die Königin in Hessen

Frau Holle und die Königin in Hessen

Wir schleppen uns zur sechsten Station, doch langsam haben wir Hunger und sind müde.

Wir wollen nach Hause!

Wir wollen nach Hause!

Die vorgeschlagene Route ist etwas zu lang. Wir hätten zwar gerne noch Pippi Langstrumpf beim Backen zugesehen, aber der Weg ist uns einfach zu weit. Nach über zwei Stunden brechen wir die Tour ab. Zum Glück haben wir unterwegs viele Süßigkeiten für den Heimweg abgestaubt.

 Ein Bericht von Sara Bagladi und Madeleine Hofmann.

Allgemein ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen

Irgendwann war ich geerdet – Auf der Suche nach Erholung im Messetrubel

Im Salzburgerland gibt es kuschelige Kissen und Musik auf die Ohren. So konnte ich den Trubel mal kurz vergessen. Foto: Minou Wallesch

 

Alles ist schnell und laut. Stimmen, Schritte, Geschirr klirrt. Es rauscht und summt um mich herum, wenn ich durch die Hallen streife. Alles verschwimmt zu einer Suppe. Schwappt auf und ab, in mein Ohr und an mir vorbei. Auf der ITB plappert und klappert es an jeder Ecke. Doch auch hier gibt es Ruhe und Raum für Erholung. Ich muss sie nur finden.

Zielstrebig steuere ich die Wellnesshalle an.  In der kleinen Halle stehen ein paar Messestände im Kreis herum. Mein Weg zum Wellnessbereich war bunt. Die Messestände hatten Säulen und Bilder, es standen verkleidete Menschen herum und es gab viel zu entdecken. Hier dominiert die Farbe Weiß und die Stände sehen irgendwie ungeliebt aus. Nur „Panorama Morska“ bietet Wellness. Eine kostenlose Nackenmassage. Der Stuhl für die Massage steht allerdings zwischen einem Stehtisch und vielen Menschen. Als ich auf den Stuhl steige fühle ich mich beobachtet.  Während das Foto gemacht wird massiert mich Alexander Posmyk nicht. Er platziert nur seine Hände in meinem Nacken. Sanft liegen sie auf meinen Schultern. Ich bin immer noch verspannt.

Im „Raum der Stille“ rieselt die Musik leise aus einem Lautsprecher in der Ecke. Von draußen dringen vorbei eilende Schritte und ein monotones Brummen herein. Wahrscheinlich sind es die Autos auf dem Parkplatz. Die zwei Männer auf der anderen Seite des Raumes klappern dezent mit Plastikstäbchen in ihren Teebechern. Ihre Lippen bewegen sie fast lautlos. In der Ecke kniet ein Mann auf einem Gebetsteppich. Er blickt in Richtung Mekka und murmelt leise seine Gebete vor sich hin. Ich sitze ein bisschen auf meinem Holzstuhl und starre im Raum umher. Abwechselnd auf die Männer und den Teppich an der Wand. Stille finde ich hier nicht. Auch keine innere.

[nggallery id=28]

In Polen stehe ich plötzlich vor einem wahren Wellnesstempel. Zu meiner Linken glänzt ein Fuß in Öl. Die dazugehörige Frau blickt zufrieden von ihrer Liege auf den Messetrubel. Ein leichter Duft nach Aromaölen hängt in der Luft. Es gibt Massagen aller Art: Egal ob Hand-, Rücken- oder Nackenverspannungen, an diesen Ständen wird alles gelöst.  Nur ein bisschen anstehen muss man dafür. Ein paar Vorhänge trennen die Liegen voneinander. Es gibt an jeder Ecke Tischchen mit Ölen und Blütenblättern darauf. Die Masseure kneten fleißig eine Hand nach der anderen.

Am Messestand von salzburgerland.com stehen Holzbänke mit dicken Kissen. Bequem gebettet gönne ich mir eine kleine Pause. Es gibt Brot, Käse, Trauben und Kopfhörer. Mit klassischer Musik auf den Ohren kann man sich auf einem Flachbildschirm hübsche Bilder von Salzburg anschauen. Durch die Musik hindurch höre ich nichts mehr dröhnen, plappern oder klirren. Mit den Augen auf dem Bildschirm sind auch die umherströmenden Messebesucher schnell vergessen. Ich versinke ein bisschen. Geige und Bläser wechseln sich ab. „Du willst was erleben“, sagen mir die Töne. Ich lege meine Ohren wieder frei.

Eigentlich ist Entspannung ganz einfach. Ich stehe im Fahrstuhl zwischen Medienzentrum und Presseraum und schließe die Augen. Es ist ein erhebendes Gefühl oder ein erdendes. Je nachdem was ich gerade brauche und in welche vertikale Richtung sich der Aufzug gerade bewegt. Stille. Ruhe. Auch innere.

ITB 2013 Kurztrips Topstories

Tourismus – Chance oder Feigenblatt für Aserbaidschan?

Menschenrechte werden unter den Teppich gekehrt

 

Dieses Jahr ist Aserbaidschan als offizieller Kulturpartner mit besonders vielen Angeboten auf der ITB vertreten.

Es wirbt mit Bildern von der unberührten Natur des kaspischen Kaukasus, der Tradition der Teppichwebekunst und der Millionenmentropole Baku. An dem Stand des Kultur- und Tourismusministeriums erfährt man, dass Aserbaidschan eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt hat.
Was man hier nicht erfährt: 2013 landet das Land in der Rangliste für Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen auf Platz 156, hinter Ländern wie Afghanistan oder dem Irak. Auch von der hohen Arbeitslosigkeit, die insbesondere junge Leute betrifft, ist hier auf der Messe nichts zu hören. Der Kultur- und Tourismusminister Abulfas Garayev betont: „Our country is open.“ Die Reaktion von Marie von Möllendorf, der Fachreferentin von Amnesty International für Zentralasien: „Gegenüber ihren Kritikern zeigt sich die aserbaidschanische Regierung ganz und gar nicht offen und tolerant. Vielmehr lässt sie weiterhin Demonstrationen brutal niederschlagen oder von vorneherein verbieten“. So geschehen bei Protesten im Januar. Tausende größtenteils junge Menschen wendeten sich gegen die korrupten Strukturen des ölreichen Landes, das für sie nur Arbeits- und Perspektivlosigkeit bereithält.

Mit Wachstumsraten von über 10% und einem Anstieg der Touristinnen und Touristen von 450.000 auf 2.5 Millionen in den vergangenen Jahren boomt der Tourismussektor in Aserbaidschan.
Über tausend Ausbildungsplätze wurden laut Kulturministerium in diesem Bereich geschaffen. Dies könnte einen Ausweg aus der Perpsektivlosigkeit bedeuten.

Allgemein Fernreisen ITB 2013

Das spielende Geschäft – wie einfach ist es, Besucher an den Stand zu locken?

Romina im Seilgarten von Globetrotter; Foto von: Pia-Maria Schäfer

Romina Berni ist als nächste an der Reihe. Sie trägt einen Helm zur Sicherheit und schaut die Leiter hoch. „Es ist schon ein ziemlicher Nervenkitzel“, sagt sie und steht kurz danach lächelnd auf dem Seil. Von dort aus geht es, auf wackeligen Beinen, einmal im Viereck um den Stand von Globetrotter. Wieder unten angekommen und nach dem Ablegen der Sicherung und des Helms erzählt sie begeistert: „Es war super und es hat echt gut geklappt.“

Für die zukünftige Bürokauffrau ein Erlebnis und für die Firma Globetrotter ein Erfolg. Der Seilparcour kommt nicht nur bei Romina gut an, sondern auch bei vielen anderen Besuchern. Günther Hoffmann, Geschäftsführer der Globetrotter Akademie meint: „Ein kleiner Stand nur mit Heften reizt dazu, vorbei zu gehen. Jede Aktivität, sei es ein Seilgarten  oder eine Kleinigkeit, wo man aktiv werden kann, ist ein Eyecatcher.“

Auf der ITB Berlin versuchen jeden Tag rund 10.000 Aussteller aus 180 Ländern Geschäfte zu machen. Doch wie lockt man potenzielle Geschäftskunden am besten an? Wie macht man auf sich aufmerksam?

Zwei Gänge neben Globetrotter ist alles gelb und schwarz. Wer hier an Fußball denkt ist falsch. Das gelbe Auto und die großen Pappschilder gehören zum ADAC- Stand. Fabian Balon steigt nach dem simulierten Autounfall mit Überschlag lächelnd aus dem Wagen aus. Es stehen viele Besucher der Messe um das Auto und haben ihm zu geschaut. Fabian erzählt: „Es war relativ lustig. Es geht ein bisschen auf den Kopf, denn wenn man kopfüber ist, fließt das Blut in den Kopf. Wenn man minutenlang so bleibt, bekommt man Kopfschmerzen. Aber es ist mal ´ne Erfahrung.“

Mit der Simulation lockt der ADAC viele Zuschauer an, und diejenigen, die eingestiegen sind, bleiben gerne noch am Stand stehen und reden über das Erlebte. Und schon geht es weiter. Neue Interessierte wollen einsteigen. Die Simulation läuft den ganzen Tag, noch bis Sonntag ist die Tourismusmesse offen. Das Auto wird im Dauereinsatz sein.

Ein kurzes Stück den Gang hoch gibt es ein weiteres Beispiel für erfolgreiches Anwerben: der Jugendhof Knivsberg. Eigentlich ein unscheinbarer Stand, wäre da nicht das Spiel Jakkolo. Das aus Holz bestehende Spiel lädt zum Mitmachen und Zugucken ein. Ein Spieler kickt die kleinen Scheiben in Lücken mit verschiedenen Punkten. Zum Schluss wird gezählt und aufgeschrieben. Am Ende des Tages wird der beste Spieler benachrichtigt und gewinnt eine viertägige Reise des Veranstalters.

Heiko Frost, Organisator des Standes sagt: „Es ist ganz wichtig, einen Magneten zu haben, damit man Leute einbinden kann und Spaß vermittelt. Dadurch hat man die Chance, dass die Leute stehen bleiben und Fragen stellen. Nur so kann man im Prinzip etwas verkaufen.“

Also alles ganz einfach: Interaktionen anbieten, die Spaß machen, und dann verkaufen. So sieht er aus: der Weg zum Erfolg.

[nggallery id=26]

Allgemein ITB 2013 Trends

Wie überlebt man einen Langstreckenflug?

Nackenkissen? Check! Mit diesen Tricks wird ein Langstreckenflug nicht zur Qual. Foto: Simon Isenberg

Das Hotel ist gebucht, der Koffer ist gepackt, die Ferien können losgehen – wär da nicht noch dieser zwölf Stunden lange Flug dazwischen! Wie bringt man einen Langstreckenflug am besten hinter sich? Ein paar Vielflieger geben Tipps.

Damit die Zeit im Flieger wie im Fluge vergeht, lohnt es sich schon früh mit den Vorbereitungen zu beginnen. Wer schon einige Wochen vor dem Flug viel Obst und Gemüse isst, versorgt seinen Körper mit wichtigen Nährstoffen.
Doch wer denkt schon gerne im voraus an eine stundenlange Reise im Flieger? Natürlich kann man auch vor Ort noch ein bisschen nachhelfen. Direkt vor dem Flieger empfiehlt es sich, nur leichtes Essen zu sich zu nehmen. Im Handgepäck sollten immer ein paar Snacks griffbereit liegen, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen.

Reisebloggerin Yvonne Zagermann, deren Reiselust sie mehrmals pro Jahr um die Welt fliegen lässt, rät: „Ohne Nackenkissen geht gar nichts! Auch Stützstrümpfe habe ich immer dabei. Je nach dem, ob man lieber im Gang oder am Fenster sitzt, sollte man unbedingt davor reservieren. Nichts ist schlimmer, als in der Mitte zu sitzen. Auf meiner Südafrikareise, von der ich kürzlich zurückgekommen bin, habe ich mir eine Schlaftablette eingeworfen. Sehr empfehlenswert!“. Zu empfehlen ist auch ein kleines Handtuch, Zahnbürste, Deodorant mit dabei zu haben, damit man sich auf der Toilette frisch machen kann. Dabei kann man auch gleich Feuchtigkeitscreme gegen die trockene Luft auftragen.

Alexandra Heinrich von germanwings empfiehlt: „Wegen meinen Ohrenproblemen versuche ich ganz oft zu gähnen“. Dagegen helfen auch Zitronenbonbons, da diese zu häufigem Schlucken zwingen und so kein Druck auf die Ohren gelangt. „Ich brauche nur eines bei langen Flügen: mein iPad mini mit guten Filmen und Musik. Dazu natürlich noch etwa 35 Akkus!“, meint die Reisebloggerin Heike Kaufhold.

Wer mal eine Filmpause braucht, kann einen Rundgang an Bord starten. Mit einigen Übungen können die versteiften Muskeln wieder gelockert werden und der Kreislauf kommt wieder in Schwung. Bequeme und lockere Kleidung gehören auf jeden Fall ins Gepäck. Wenn man vom kalten Deutschland in den Sommer flüchtet, sollte man an den Schichtenlook denken: während hier noch Minusgrade herrschen und ein dicker Pullover zur Tagesordnung gehört, möchte man den in der Karibik so schnell wie möglich ablegen.

Wer jetzt noch viel trinkt und eine Schlafmaske sowie Ohropax einpackt, wird wie auf Wolken reisen!

Fernreisen ITB 2013

Interview gesucht

Zwischen Strand und Messe ist da noch der Präsident

„Hugo Chavez ist tot“. Diese Radionachricht ließ mich heute morgen auf meinem Weg zur ITB aufhorchen. Ich hatte sofort das Gefühl, dass dies das perfekte Thema für meinen ersten young press-Artikel ist:
„Ich werde eine Interview mit einer Venezolanerin oder einem Venezolaner führen.“ Hat zwar nicht viel mit Reisen zu tun, aber ich finde es neu, wichtig und überaus interessant (diese drei Merkmale braucht ein guter Beitrag, wie ich gestern gelernt habe). Der venezolanische Präsident Chavez war eben kein gewöhnlicher Politiker, sondern seit über fünfzehn Jahren trotz Putschversuchen und Generalstreiks im Amt. Er versprach, das Land auf den „Pfad des Sozialismus des neuen Jahrhunderts“ zu führen, er war der Commandante.

Nachdem ich in unserem Büro den Wikipedia-Artikel über Hugo Chavez durchgeackert habe und gefühlt hundert Google-News durchgegangen bin,  mache ich mich auf den Weg in Halle 3.1, wo der venezolanische Stand zu finden ist.
Wie finde ich jetzt einen Interviewpartner oder eine Interviewpartnerin? Nachdem ich meine Schüchternheit überwunden habe, frage ich einen wichtig aussehenden Businessmenschen. Er verspricht mir, dass ich in wenigen Minuten jemanden mit meinen Fragen bombardieren kann.
Während mich leichtbekleidete Frauen und Männer von den großen Propagandabildern her anlachen und in ihr Paradies hineinziehen wollen, gehe ich im Kopf noch einmal meine Fragen durch: Wie haben sie vom Tod erfahren? Was war ihre erste Reaktion? Glauben sie, dass sich jetzt viel in ihrem Leben ändern wird? Ich erinnere mich daran, offene Fragen zu stellen, damit ich Platz für die Geschichten der oder des Interviewten lasse.

Doch ich werde enttäuscht. Als ich der jungen Frau, auf die ich gewartet habe, mein Anliegen schildere, schreckt sie kurz zurück und blockt dann mit einem unsicheren Lächeln ab. Sie könne leider kein Interview geben, sie sei nur Repräsentantin des Landes. Außerdem sei der zuständige offizielle Vertreter direkt nach der Nachricht von Chavez´ Tod zurück nach Venezuela geflogen.
Ich muss umdisponieren.
Wie kann ich daraus jetzt noch einen Artikel machen, damit ich nachher um 17 Uhr nicht mit leeren Händen dastehe?
Ich versuche sie in ein Gespräch zu verwickeln, indem ich nach anderen Dinge frage. Das klappt auch ganz gut und ich stelle einfach während dieses Gespräches meine vorbereiteten Fragen, nur ohne Aufnahmegerät.  Sie durchschaut meine Taktik des versteckten Interviews aber schnell und will das Gespräch beenden. Als Ausgleich verspricht sie, mir eine Pressemitteilung zu schicken, in der Länder wie Kuba oder Bolivien ihre Trauer um den Tod des Präsidenten ausdrücken.
Das reicht mir aber nicht und ich hake weiter nach.  Mehr als vage Andeutungen, dass es für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sie natürlich ein Schock gewesen sei, aber die offizielle Anweisung laute, die Arbeit fortzusetzen, kriege ich nicht aus ihr heraus. Relativ schnell ist das Gespräch dann doch beendet.
Als sie mich dann auch noch bittet, ihren Namen nicht zu nennen, kommen Fragen in mir auf. Erlebe ich hier gerade live mit, wie in Venezuela mit Meinungsfreiheit umgegangen wird? Oder ist diese Situation nur der Unsicherheit der Venezolanerin geschuldet?
Ich nehme auf jeden Fall den Eindruck mit, dass ihr die Situation äußerst unangenehm war. Bestimmt wird mich dieses Erlebnis an den verbleibenden Messetagen weiter beschäftigen. Interessant fände ich es, einmal mit einem venezolanischen Journalisten über diese Geschichte und die Lage im Land zu sprechen. Vielleicht klappt das ja noch auf der ITB.

Allgemein Interview ITB 2013

Der Trend zum Nichttrend

Jugendreiseveranstalter setzen in diesem Jahr auf Altbewährtes, die Kids auf Mitbestimmung

Die Jugendreiseveranstalter sind sich einig: Abenteuerurlaub ist bei Teenagern sehr beliebt und läuft gut. Eltern und Lehrer wünschen sich, dass der Nachwuchs kulturell und sprachlich im Urlaub etwas dazulernt. Die Teenager wollen vor allem eins: Spaß! Wenig überraschend, kaum was Neues auf der Messe für die jungen Kunden.

Generator Hostel zum Beispiel ist auf diese Zielgruppe spezialisiert: Die Kundenansprache ist modern,  das Design ist hip. Über soziale Medien wie Facebook und Twitter sind sie im ständigen Kontakt mit den jungen Erwachsenen. Das war aber auch schon im letzten Jahr so. Trotz des direkten Drahts bleibt die Antwort nach Trends vage. „Die Gäste machen meistens das gleiche: Hauptattraktionen und ein paar Insidertipps reichen“, berichtet ein Mitarbeiter Schulter zuckend. Nur eins fällt ihm auf: Dass die Jugendlichen sich unabhängig in das Abenteuer stürzen wollen. Das Geschäft mit den Freiheitsliebenden wächst für die Hostels seit Jahren.

Sind also Individualreisen der neue Trend? Das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen sieht das anders. Alleine elf Millionen Kinder und Jugendliche nahmen im vergangenen Jahr an organisierte Gruppenreisen teil. Vielleicht wurde für die Jugendlichen schon das passende Urlaubsrezept gefunden. Manfred Fuss vom Bundesforum Kinder und Jugendreisen kann sich das vorstellen. Er ist überzeugt, dass die Jugendlichen heute genauso begeisterungsfähig seien wie vor einigen Jahren. Er unterstreicht aber auch noch einmal, wie wichtig die Unabhängigkeit für die Jugendlichen sei. Sie wollen ihre Reise selbst mit planen, ihren Leidenschaften nachgehen. Manfred Fuss hat das Gefühl, dass die Teenager heute selbstbewusster sind. Daher können sie mehr fordern.

Ganz neue Entwicklungen haben die Jugendreiseveranstalter in den vergangenen Jahren nicht gefunden. Bei den Erwachsenen wird das Wohlergehen immer wichtiger. Hier gibt es einen ganz klaren Trend in Richtung Gesundheitstourismus. Es gibt durchaus auch Eltern, die Jugendreisen mit Sport und Stressregulierung für ihren Nachwuchs suchen. Der klassische Gesundheitstourismus spielt in dieser Altersgruppe allerdings immer noch keine Rolle.

Allgemein ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Kurztrips Trends

Von den (Groß-) Eltern gebucht – Reiseveranstalter werben um Eltern und Kinder gleichermassen

Kinder und Jugendliche bieten ein großes Potential für Reiseveranstalter. Schließlich haben sie viel mehr Ferien als ihre Eltern. Doch sind diese immer noch der wichtigste Ansprechpartner, denn nur sie können die Reisen buchen. Deshalb fahren die meisten Reiseanbieter zweigleisig: Sie versuchen Eltern und Kinder parallel für ihr Angebot zu begeistern.

Der Sprachreiseanbieter „Oskar lernt Englisch“ setzt auf das Internet und Feste, um Kinder- und Jugendlichen auf sich aufmerksam zu machen. Sie haben einen Facebook-Account und sind bei Twitter aktiv. In den Social Networks starten sie häufig Mitmachaktionen, um Kinder- und Jugendliche für ihre Angebote zu gewinnen. Zum Beispiel können die Kinder auf Fotos nach dem Maskottchen Oskar suchen.  Ihre aktuelle Aktion ist allerdings offline: Aus dem Flyer können die Kinder ein Schiffchen falten. Damit setzen sie auch bei den Jüngeren in Klasse eins bis drei an. „Die Eltern freuen sich, wenn auch schon ihre Kleinen Englisch lernen können“, erklärt Mathias Metzner, Campkoordinator. Um mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten organisiert „Oskar-lernt-Englisch“ Projektwochen an Schulen und ist auf Kinderfesten präsent. Sie stehen ständig und direkt mit der Zielgruppe in Kontakt. Der Weg zur Reise mit „Oskar lernt Englisch“ führe dennoch vor allem über die Lehrer und Eltern. Hier erfolgt der Kontakt weniger spielerisch wie bei den Kindern, sondern über Flyer, den Internetauftritt und über die Schulen.

Im Bereich der Jugendherbergen sind die Großeltern immer öfter die treibende Kraft für die Reise. Markus Hirschberg vom Deutschen Jugendherbergswerk Berlin-Brandenburg erkennt in den letzten Jahren den Trend zu Familienreisen mit der Jugendherberge als Unterkunft. Auch die Großeltern werden hier immer aktiver. Sie wollen gerne Urlaub mit ihren Enkeln machen. „In den Jugendherbergen müssen sie sich keine Gedanken über umgekippte Tassen machen. Das ist viel unkomplizierter als im Hotel“, erklärt Hirschberg. Die Großeltern ständen an zweiter Stelle, nach den Eltern, wenn es um die Herbergsbuchung geht. Die Lehrer machen den dritten Platz. Das Bewusstsein, dass Jugendherbergen sich auch für den Privaturlaub eignen ist in den letzten sechs Jahren gestiegen. „Das freut uns sehr“,  sagt Hirschberg. Die Information über die Unterkünfte erfolge primär online. Gebucht würde allerdings immer noch häufig über das Telefon. Doch auch die Internetbuchungen nehmen zu. In Brandenburg gibt es die Möglichkeit, den Aufenthalt in den Jugendherbergen online zu buchen, allerdings erst seit 2012.

Online buchen liegt im Trend

Der Trend zur Onlinebuchung ist auch insgesamt zu erkennen. Das ergeben die Erhebungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Von 2011 auf 2012 stieg die Zahl der über das Internet gebuchten Reisen um sechs Millionen.  Mehr als ein Drittel der Familienreisen werden schon online gebucht. Damit sind Onlinebuchung, Reisebüro und Katalog fast gleichauf. Auch die Buchung über Smartphones wird immer wichtiger. Die GfK geht davon aus, dass Buchungsapps in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen werden.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Kurztrips Trends

Camping deluxe – auch Jugendliche haben Ansprüche

Wer „zelten“ hört, denkt zuerst an einen Campingplatz. Man baut sein Zelt auf, bringt eigene Schlafsachen mit und schläft zwischen Taschen auf einer unbequemen Iso-Matte. Aber offenbar ist das selbst für Jugendliche nicht mehr genug. Auf der ITB finden sich neue Trends zum Thema Camping, die nur noch wenig mit Zeltlagern zu tun haben.

ruf-Reisen bietet den Jugendlichen „Deluxezelte“ mit einem Standard wie Zuhause im Kinderzimmer. Ein richtiges Bett, ein Schrank, sogar auf Licht und Strom müssen die Jugendlichen nicht mehr verzichten. Selbst aufrecht stehen ist möglich. Zudem hat jeder seinen eigenen Schlafbereich mit Vorhängen. „Nur noch der Schlafsack erinnert ans Zelten“, darauf legt Nico Kroll, Reiseleiter bei ruf-Reisen wert. Der Trend zum Zeltreisen mit Komfort, sogenanntes „Glamping“ (con glamour und camping) ist nicht nur ein Kindertrend, das bestätigt auch ein Mitarbeiter des Reisebüros berliner klub Tourist, die Reisen in allen Bereichen anbieten.

Andere Anbieter, wie Camp Adventure setzen auf spezielle Outdoor-Programme, wie „Adventure Camp“, „Beach Camp“ oder „Sport Camp“. Auch hier ist der Trend: Es muss außergewöhnlich sein. Und sei es außergewöhnlich spartanisch oder abenteuerlich. Das „Adventure Camp“ bietet Wanderungen mit Zelten in der Wildnis, eben mit Iso-Matte, wo die Jugendlichen so weit wie möglich auf sich selbst gestellt sind. Es gibt aber auch Angebote zum altbewährten Zeltlager, wie in Marburg, wo in weißen Zeltlagerzelten geschlafen wird.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Kurztrips Trends

Wie oft verlaufe ich mich? – Unterwegs im Messedschungel

Wo geht’s denn bloss hin? Orientierungslos auf der Messe. Foto: Sara Bagladi

Mein Standort: Las Vegas. Mein Ziel: Uganda. Wie oft verliere ich mich an meinem ersten Tag auf der Messe?

Im Labyrinth der ITB ist es gar nicht so leicht, sich zurecht zu finden. Jeder, den ich frage, hat sich bestimmt schon einmal in dem Wirrwarr der Hallen und Stände verloren. Ich stelle meinen Schrittzähler auf 0 und stürze mich in die riesigen Räume voller Menschen, fremden Gerüchen und Ständen mit Informationen über fast alle Länder der Erde.

Prompt biege ich auch schon falsch ab – statt, wie angenommen in der Karibik, finde ich mich plötzlich in Brasilien wieder, wo leichtbekleidete Frauen mit Federschmuck auf dem Kopf an ihren Stand locken wollen. Meinem Messeplan entnehme ich, dass ich einen Stock nach oben sollte, doch wo verflixt finde ich die Rolltreppe? Ich durchquere die Halle und versuche mich nicht von dem verlockendem Duft der Brüsseler Waffeln ablenken zu lassen. Die ersten der insgesamt sieben Hallen liegen hinter mir. Alessia, eine italienische Reiseberaterin, die mir über den Weg läuft, verrät mir, dass es ihr ähnlich geht: „So eine Konstruktion habe ich noch nie gesehen! Es ist unmöglich sich hier zurecht zu finden.“

Weiter geht’s nach Jemen. Nach Plan muss ich nur noch zwei Hallen durchqueren, bis ich an mein Ziel gelange. Gerne würde ich noch ein bisschen länger zuschauen, wie der Handrücken einer Frau mit Henna Tattoos verziert wird, doch die Zeit drängt. „Ich verlauf’ mich mindestens einmal pro Stunde. Mittlerweile geht’s aber immer besser“, meint die Reisebloggerin Yvonne Zagermann, die heute von einem Termin zum nächsten springt. Yvonne benutzt die App von der ITB, um den Überblick zu behalten. Doch das hilft leider auch nicht, wenn ein Riesenstand mit meterhohen Plakaten die Sicht verdeckt. Zwei weiteren Messebesucherinnen hingegen reicht der Messeplan aus Papier: „Mit dem Plan haben wir bis jetzt alles problemlos gefunden.“

Nach wirren Zickzackläufen durch die Hallen sehe ich endlich das ersehnte Afrika-Schild vor mir. Auch der Stand von Uganda ist nicht mehr weit. Ein Blick auf den Schrittzähler zeigt mir, dass ich 4789 Schritte von Las Vegas nach Uganda benötigte und dabei 156 Kalorien verbraucht haben soll. Von Miriam aus Kampala, Uganda lerne ich ein paar Worte eines Dialektes aus ihrer Heimat, welche für die nächsten Messetage mein Mantra werden: Lw’e yayale tabula! (Have fun and don’t get lost)

So mache mich auf zu meinem nächsten Termin, als ich mich prompt schon wieder verlaufe.

Allgemein ITB 2013

Chance für Nachwuchsjournalisten. Presseworkshop young press berichtet täglich von der ITB Berlin 2013

Zum 19. Mal veranstaltet die Thomas-Morus-Akademie Bensberg in Kooperation mit der Messe Berlin einen Presseworkshop auf der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin. Ein Training on the job bietet der Workshop 15 jungen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die journalistische oder touristische Vorerfahrungen aus Studium oder Beruf mitbringen und sich um einen der Workshopplätze beworben haben. Unter fachkundiger Begleitung erstellen sie während der ITB Berlin 2013 den Pressedienst young press und vertiefen ihre (reise-)journalistischen Kenntnisse. Mit kritischer Distanz begleitet young press die Tourismusmesse in der Bundeshauptstadt. Das Augenmerk des Pressedienstes, der u.a. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell unterstützt wird, richtet sich dabei vor allem auf Themen, die sonst eher vernachlässigt werden: internationale Kinder- und Jugendreisen.

Betreut werden die jungen Journalistinnen und Journalisten von Dr. Jan-Christoph Kitzler (Deutschlandradio), Christine Berger (freie Reisejournalistin, u.a. National Geographic), Tobias Asmuth (freier Journalist u.a. FR, Berliner Tageszeitung), Edith Kresta (die tageszeitung) und Yvonne Zagermann (u.a. http://www.justtravelous.com). Die von young press produzierten Artikel werden auf mehreren Social-Media-Portalen wie Social-Media-Portalen wir Xing oder Facebook für spannende Diskussionen rund um das Thema Tourismus sorgen. Zudem werden die Artikel auf der Homepage der ITB Berlin und im Blog der Thomas-Morus-Akademie platziert.

Das Büro von young press befindet sich im Pressezentrum (Zwischengeschoss, Raum 503) und ist vom 6. bis 10. März 2013 täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt. Ansprechpartner sind Astrid Zand, Messe/ITB Berlin sowie Stefan Leister von der Thomas-Morus-Akademie Bensberg.

[nggallery id=17]

Allgemein ITB 2013 Topstories

Weltenbummler, Teppichhändler, Entertainer – Doug Lansky kann den Beruf Reisejournalist nicht empfehlen

„Die größten Fehler im Tourismusmarketing … und was wir von ihnen lernen können” – über dieses Thema sprach Doug Lansky auf der ITB Berlin 2012. Bekannt wurde der 40-Jährige als Reisejournalist. Er war in den letzten 20 Jahren in über 120 Ländern unterwegs und schrieb für Zeitungen und Magazine wie die Huffington Post und National Geographic. Auch bei Reiseführern wie Lonely Planet und Rough Guides war er als Autor beteiligt. Mittlerweile ist Doug Lansky vor allem als Redner erfolgreich und sorgt mit seinen unterhaltsamen Präsentationen für ausverkaufte Säle. Auch an Universitäten ist er als Dozent tätig und lehrt dort seine Art des Reisens. Wie er zum Reisejournalismus kam, warum dieser Beruf keine Zukunft hat und wie er eine Alternative für sich gefunden hat, erzählte er im Interview mit Young Press.

Miriam Gutekunst: Was warst du zuerst – Journalist oder Reisender?

Doug Lansky: Das ist eine gute Frage. Eigentlich war ich zuerst Reisender. Aber ich schrieb schon während der Highschool. Ich arbeitete damals bei einer Zeitung. Dann reiste ich das erste Mal und übernahm den Schreibstil, den ich während dieser Zeit gelernt hatte.  

Miriam Gutekunst: Was war deine erste Reise?

Doug Lansky: Das kommt darauf an, was man als Reise versteht. Ich denke das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte gereist zu sein, war, als ich 20, 21 war. Ich studierte damals für sechs Monate in London und den Sommer nutzte ich, um mit dem Zug durch Europa zu fahren. Reisen ist wie Ski fahren: Du beginnst am Anfängerhügel und wagst nach und nach immer schwierigere Pisten. Nach zwei Monaten in Europa war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und landete in Marokko. Ich habe damals in Marrakesch Teppiche verkauft. Da springt wirklich viel Geld heraus.

Miriam Gutekunst: Wie bist du denn dazu gekommen, Teppiche zu verkaufen?

Doug Lansky: Eigentlich habe ich sie nicht wirklich verkauft. Ich hatte im Zug zwei Marokkaner kennengelernt, die ein Teppichgeschäft hatten. Ich bot ihnen an, an die touristischen Plätze zu gehen und dort Kunden zu werben. Ich bin also auf Touristen zugegangen und habe ihnen gesagt: Wenn Sie noch nie in einem Teppichgeschäft waren, müssen sie das unbedingt noch nachholen. Ob heute oder morgen, lassen Sie mich das einfach wissen. Ich bin hier. Ich habe sie dann zu dem Laden geführt und wenn sie fertig waren mit Verhandlungen und Tee trinken, haben sie mir Bescheid gegeben und ich habe sie zurückgeführt. Das war mein Job. Und ich bekam für jeden Touristen Provision.

Miriam Gutekunst: Also hast du in Marokko ziemlich schnell die Seiten gewechselt!

Doug Lansky: Also ich war bei jedem Geschäft ehrlich mit den Leuten. Ich habe gesagt, dass ich etwas verkaufe und damit Geld verdiene. Ich habe nichts versteckt. Aber du hast Recht, ich wurde vom Touristen zum Teppichverkäufer. Und ich habe ziemlich gutes Geld gemacht.

Miriam Gutekunst: Als Nachwuchsjournalistin würde mich interessieren, ist es möglich vom Reisejournalismus zu leben?

Doug Lansky: Es kommt darauf an, was du willst. Es gibt nicht viele Reisejournalisten, die einen besonders hohen Lebensstandard haben. Ich hatte lange Zeit wirklich wenig Geld. Aber heutzutage ist es eigentlich einfacher als je zuvor Reisejournalist zu sein. In Zeiten von Twitter und Blogs kannst du auf eigene Faust über deine Reisen schreiben. Du kannst das machen ohne auf Verlage angewiesen zu sein. Just do it. Veröffentlichungen haben heutzutage keinen Anreiz mehr. In den USA zahlen sie so wenig für einen Beitrag, denn jedermann bloggt und macht es umsonst. Es gibt also keinen Anreiz mehr zu veröffentlichen. Wenn hunderttausend Menschen deine Twittereinträge verfolgen, dann kommen Verlage von selbst auf dich zu und fragen an, ob du für sie schreiben würdest. Sie setzen darauf, dass du den Artikel über Twitter publik machst und deine Follower das lesen. Die Anzahl der Twitter Follower ist die Währung.

Miriam Gutekunst: Machst du deine Arbeit als Redner und Dozent also einfach aus finanziellen Gründen oder auch aus Leidenschaft?

Doug Lansky: Beides. Es zahlt sich schon aus. Das Problem ist, dass meine Begeisterung für Reisejournalismus nachgelassen hat, weil immer und immer wieder die gleichen langweiligen Geschichten gewünscht sind. Das habe ich lange Zeit gemacht. Die Vorträge über das Reisen machen dagegen einfach Spaß. Es macht Spaß auf der Bühne zu stehen. Aber auch wenn ich als Dozent Studenten unterrichte. Wenn ich danach in ihren Augen sehe:  Wow, ich kann jetzt auf Reisen gehen. Ich kann es und zwar auf eine andere Art und Weise und ich werde Einheimische treffen. Ich habe das Gefühl, dass ich bei diesen Studenten etwas bewegen kann. Auch wenn es nur ein paar wenige Menschen sind, es fühlt sich wichtig an. Der Reisejournalismus fühlt sich viel weniger wichtig an.

Miriam Gutekunst: Welche Eigenschaften sollte jemand haben, der Reisejournalist werden möchte?

Doug Lansky: Er sollte unabhängig und wohlhabend sein. Du musst nette Eltern oder genug Geld haben, um davon leben zu können.

Miriam Gutekunst: Hattest du diese Eigenschaften?

Doug Lansky: Ja, ich hatte Geld. Meine Großmutter ist gestorben als ich die Universität abschloss und sie hat mir Geld hinterlassen. Meine Mutter meinte, ich soll mir ein Auto, eine Wohnung und schöne Kleidung kaufen und mir dann einen Job suchen. Ich sagte: Auf keinen Fall! Also ging ich auf Reisen, weil ich die finanziellen Mittel dazu hatte. Aber ich hatte auch während der Reisen Jobs und arbeitete die ganze Zeit. Deswegen hatte ich bei meiner Rückkehr immer noch Geld und konnte es mir leisten weiter als Reisejournalist zu arbeiten. Du musst eben von etwas leben. Ich hatte versucht vor allem in Länder zu reisen, in denen die Lebenshaltungskosten niedrig sind. Aber du musst ja auch immer wieder zurück nach Hause, irgendwohin, wo es eine gute Internetverbindung gibt. Um Leute zu finden, die dich unterstützen und dir bei der technischen Umsetzung helfen. Man muss Zeit und Geld investieren.  Außerdem sind Leidenschaft  und einfach Talent wichtige Voraussetzungen. Du musst richtig gut darin sein. Man muss sich durch etwas Einzigartiges auszeichnen, durch eine besondere, persönliche Sichtweise. Es gibt keinen richtigen Weg. Du musst deinen eigenen Weg finden. Wenn du den gleichen Weg wie ich gehen würdest, würdest du wahrscheinlich scheitern.

Miriam Gutekunst: Immer mehr Journalisten, vor allem Reisejournalisten, arbeiten sowohl im Journalismus als auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Was hältst du von dieser Entwicklung?

Doug Lansky: Ich finde es nicht gut. Ich denke das ist wie die Kirche im Staat und das muss getrennt sein. Ich gehe diesen Weg nicht. Aber ich kenne viele Leute, die es tun. Die meisten arbeiten für beide Seiten.

Miriam Gutekunst: Aber was ist mit deiner Arbeit beim Scandinavian Airlines Inflight Magazin? War das etwa keine PR?

Doug Lansky: Nein, das war etwas anderes. Ich war damals Reiseredakteur. Der Chefredakteur hat nie verlangt, dass die Autoren nach den Wünschen der Airline schreiben. Ein Grund, warum ich irgendwann gekündigt habe, war, dass sich das geändert hat. Sie gaben plötzlich vor über welche Orte wir berichten sollen und da kam ich ins Zweifeln, denn die Airline flog genau diese Orte an. Also war es Zeit zu gehen.

Miriam Gutekunst: Noch eine letzte Frage: Was wird deine nächste Geschichte sein?

Doug Lansky: Ich bringe gerade vier Bücher zu Ende. Zwei davon aktualisiere ich nur. Außerdem bringe ich ein kleines, lustiges Buch heraus, ein Geschenkbuch voll mit kitschigen Souvenirs. Ansonsten schreibe ich immer wieder kleine Reisegeschichten. Wenn ein befreundeter Redakteur mich anfragt etwas zu schreiben, dann mache ich das gerne und gehe wieder auf Reisen.

Allgemein Interview ITB 2012 Topstories

Malediven überleben die Klimaerwärmung nicht: Futuristisches Bauprojekt als Rettungsansatz

Foto: Paul H.T.M. van de Camp präsentiert „Greenstar“ – ein schwimmendes Tagungshotel, das Nachhaltigkeit verkörpert. Foto: Jana Rentmeister

Die Malediven feiern in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen als Urlaubsdestination – 1972 öffnete das erste Urlaubsressort. Auf natürlichem Wege würde die Inselgruppe längst keine weiteren 40 Jahre schaffen und den Klimawandel überleben: Drei Viertel der Inselgruppe ragt nur einen Meter aus dem Wasser, steigen wird der Meeresspiegel jedoch um 1,5 Meter. Holländische Vorreiter der Architektur geben Einwohnern Hoffnung: Sie bauen auf Wasser.

Visionäre werden vielfach für verrückt und wahnsinnig gehalten, selten für fantastisch. So kämpfen auch die niederländischen Architekten Koen Olthuis und Paul H.T.M. van de Camp (Dutch Docklands) hart für ihre Vision: Sie wollen auf 800 Hektar Wasser treibende Bauwerke positionieren. In Kooperation mit der maledivischen Regierung planen sie futuristische Bauprojekte, um die Malediven zu erhalten: deren „touristische Welt“ und „die der Einwohner“.

Der Klimawandel wird bis zum Jahr 2100 80 Prozent der Malediven unter Wasser gesetzt haben. Nahe der Südspitzen Indiens befindet sich dieses Taucherparadies: 220 der insgesamt 1.196 Inseln werden von Einheimischen bewohnt, 87 weitere werden für touristische Zwecke genutzt. Dort wohnen keine Malediver, sie kommen nur zum Arbeiten. Über eine Strecke von 871 Kilometern erstreckt sich die Inselkette. Die höchste Erhebung ist auf der Insel Vilingili – 2,4 Meter über Null. Drei Viertel der Fläche ist hingegen nur ein Meter höher als der Meeresspiegel, bei einer Steigung von 1,5 Metern wird demnach der Großteil geflutet.

„Das Problem der Malediver ist die Knappheit von Lebensraum. Wir Architekten haben immer nach Lösungskonzepten gesucht, diesem Mangel entgegenzuwirken“, so der Architekt Koen Olthuis. „Als der Aufzug erfunden wurde, konnte die Stadtplanung vertikale Richtungen einschlagen. Das haben Architekten und Stadtplaner genutzt. Auch sie wurden anfänglich für verrückt erklärt.“

Für die Malediven ist zunächst ein schwimmender Golfplatz geplant, dessen Design-Phase in den End-Zügen steckt. 500 Mio. US-Dollar wird die Entwicklung kosten; drei Inseln sind über Unterwassertunnel mit einander verbunden. Andere Projekte stecken schon in der Bauphase. High-Tech-Elemente werden in den Niederlanden entwickelt und hergestellt und erst dann auf dem Wasserweg zu den Inseln gebracht – für die Forscher ist ihre Nähe zur Produktion besonders zu Beginn der Bauphase essentiell. Neben dem Golfplatz ist „Greenstar“ geplant, ein sternenförmiges Tagungshotel, in dem vorzugsweise Tagungen über Wassermanagement, Klimawandel und Nachhaltigkeit stattfinden.

„Bis zu Flächen von 200 x 200 Metern können wir bauen“, erklärt Koen Olthuis, „das ist ähnlich wie beim Lego-Spiel: Man muss lernen, Dimensionen immer neu abzuschätzen.“ Fachleute prognostizieren bis 2020 einen Zuwachs von 70.000 Einwohnern auf den Malediven. Neben Golfplätzen und Hotels können auch Nutzflächen für die Landwirtschaft, Büros oder Parkhäuser an bestehende Landerhebungen angekoppelt werden, Styropor ist jeweils der Trägerstoff.

„Dadurch, dass die Bauelemente schwimmen und ihr Herstellung nahezu überall möglich ist, können wir auch besonders günstig produzieren“, führt Koen Olthuis weiter aus. „Stellen Sie sich einmal vor, wir bauten ein Stadion für die Olympischen Spiele. Das könnte zu jedem Land gebracht werden, das diese ausrichtet, ohne dass immer wieder ein neues gebaut werden müsste, welches nach den Spielen leer steht.

Fathimath Raheel von der maledivischen Tourismusvertretung lebt auf den Malediven. Sie freut sich auf das Projekt: „Es ist ein unglaubliches Projekt, aber wir wissen, ohne das Projekt hat unser Land keine Chance, wir müssten sonst auswandern.“

Die verheißungsvollen Pläne der Architektur-Pioniere kompensieren auf den Malediven heute den Flächenrückgang, der anderen Nationen morgen drohen könnte, denn 90 Prozent der größten Städte dieser Welt liegen am Wasser. Die Firma Dutch Docklands gilt als der Experte für Wasser-Management.

„Einen Tsunami muss kein Bewohner eines treibenden Bauwerks fürchten: Auf hoher See ist lediglich eine kleine Welle zu merken, erst am Ufer kommt es zu der großen Flutwelle“, ergänzt der Architekt. Er zählt zu den weltweit einflussreichsten.

Mehr Informationen unter http://www.dutchdocklands.com

Allgemein ITB 2012

Traumbranche Tourismus: Welcher Weg führt zum Erfolg?

Quelle: ITB Berlin.

„Fragt man Bewerber im Vorstellungsgespräch, warum sie in die Tourismusbranche wollen, sagen viele, dass sie Fremdsprachen beherrschen und gerne reisen“, sagt Katrin Hörner, Leiterin der Abteilung Nachwuchsentwicklung beim Tourismus-Konzern Thomas Cook. Bei Neueinstellungen achte das Unternehmen jedoch stattdessen vor allem auf solide mathematische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Bewerber müssten sich mit wirtschaftlichen Kennzahlen auskennen und diese schnell richtig interpretieren können.

Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin raten deshalb Praktiker aus der Tourismusbranche Berufseinsteigern zu einer Kombination aus praktischer Berufsausbildung und Studium.

Denn Auszubildende lernen genau kennen, wie Unternehmen funktionieren und welche Aufgaben in der Praxis wichtig sind. „Es ist ein großer Vorteil, wenn man in der Lage ist, auch Buchungen durchzuführen“, sagt Hans-Gustav Koch, Geschäftsführer des Deutschen Reiseverbandes. Einzelne Praktika während eines Touristikstudiums könnten eine Ausbildung nicht ausgleichen. „Auch Abiturienten brauchen dafür 24 Monate, das kann kein Betrieb in wenigen Wochen leisten“, meint Katrin Hörner. Besser seien zudem einzelne längere Praktika statt vieler kurzer.

Dass eine Berufserfahrung praktische Kenntnisse vermittelt, die vielen Studenten fehlen, kann Johanna Breit bestätigen. Die 23-jährige ist Auszubildende bei FTI in München. Kürzlich musste sie eine Praktikantin einarbeiten, die seit vier Semestern studiert. „Die fängt quasi bei null an“, sagt Breit – und erklärt ihr jetzt unter anderem, dass die Abkürzung „HP“ in Preisvergleichen für „Halbpension“ steht.

Doch andererseits lernen Studenten an Universität oder Fachhochschule Abstraktionsfähigkeit und das Denken in Konzepten. „Wir brauchen auch Absolventen, die über den Tellerrand hinaus blicken, die innovativ sind und Ideen mitbringen“, sagt Katrin Hörner.

Auch Johanna Breit möchte nach ihrer Ausbildung noch studieren. Wie viele andere Berufseinsteiger hat sie allerdings Angst, dann deshalb keine Stelle mehr zu finden, weil sie nach ihrem Studium mit 28 Jahren zu alt sein könnte. Diese Befürchtung sei jedoch unbegründet, meinen viele Praktiker auf der ITB. „Nehmen Sie so viel Ausbildung mit, wie sie bekommen können“, rät Hans-Gustav Koch den Zuhörern. Und Thomas-Cook-Personalerin Hörner erklärt, ihr Unternehmen würde bei der Bewerberauswahl nicht aufs Alter schauen, sondern auf die Qualifikation.

Unerreichbar ist er glücklicherweise nicht, der Traumjob in der Tourismusbranche. Aber auf einen langen Weg dorthin müssen sich Interessierte einstellen.

Allgemein ITB 2012 Topstories

Glamping verbindet Glamour und Camping – Eurocamp setzt voll auf die neue Art von entspanntem Familienurlaub

Foto: Simone Pokrandt, Marketingleiterin von Eurocamp. Quelle: Jana Rentmeister

Gegensätzlicher kann die Vorstellung eines Urlaubs kaum sein: Wie passen unbequeme Isomatten, wettersensible Zelte und knisterndes Lagerfeuer zu luxuriösen Badezimmern und einem Vor-Ort-Service der Spitzenklasse? Eurocamp bietet jungen Familien genau das: Abenteuer für die Kids und Entspannung für die Eltern – eben Harmonie für die ganze Familie.

Mit der Rolle Klopapier unterm Arm über den dunklen Campingplatz zu den Sanitäranlagen huschen, ein vom Regen durchnässtes Zelt wieder abbauen und nachts vom Lärm der Jugendlichen wachgehalten werden – keine schöne Vorstellung für viele Mütter und Väter, die sich Erholung für die ganze Familie wünschen. Viele Reisende lehnen oftmals das Camping als Urlaubsform ab – besonders mit kleinen Kindern sind das eigene Kochen und die Anreise mit viel Ausstattung genügend Hindernisgründe und der Urlaub ist mit mehr Aufwand verbunden, als man im Gegensatz an Entspannung zurückbekommt.

Beim Glamping zieht sicher der Glamour durch die den ganzen Urlaub, von Anfang bis Ende: Familien erreichen ihren gebuchten Campingplatz und finden das aufgebaute Zelt vor, während des Urlaubs nutzen sie Geschirr und Töpfe der Unterkunft und erkundigen sich nach Ausflugsmöglichkeiten bei der extra eingerichteten Eurocamp-Rezeption und vor Abreise können die Urlauber getrost auf die Endreinigung verzichten – das ist alles inklusive.

„Es gibt wirklich einen positiven Unterschied“, weiß Ralph Binder aus Idstein. Er hatte bei der ITB 2012, der weltweit größten Reisemesse, dem Vortrag von Simone Pokrandt, der Marketingleitung von Eurocamp, gespannt zugehört, denn er kennt Eurocamp und lacht: „Die Atmosphäre ist einfach der Hammer! Unsere Kinder waren die ganze Zeit beschäftigt, hatten direkten Anschluss zu den anderen Urlaubskindern und meine Frau und ich mussten uns erst einmal daran gewöhnen, dass wir gar nicht gefragt waren.“ Auf den gewohnten Standard musste Binder nicht verzichten.

Eurocamp spricht vor allem junge Familien an, bei denen viel Wert auf Natur, Gesundheit und Kindererziehung gelegt wird. Die meisten haben ein mittleres bis hohes Einkommen. „Vor allem die Vielverdiener“, so Simone Pokrandt, „sind oft von den 5-Sterne Hotels gelangweilt. Zwar wollen sie auf das eigene Bad nicht verzichten, aber bevorzugen für den eigenen Sommerurlaub mit der Familie eine legere Atmosphäre ohne gehobene Etikette. Oft nutzen auch Großeltern Eurocamp, um mit ihren Enkeln entspannte Tage zu genießen.

Durchschnittlich kostet eine Woche Urlaub für eine Familie mit bis zu sechs Personen 800 Euro. Für Alleinerziehende gibt es einen besonderen Rabatt. Das ist vergleichbar mit einer normalen Ferienwohnung. Zum Service zählt außerdem eine kompetente vor Ort-Betreuung sowie die qualifizierte Kinderbetreuung. Besondere Highlights werden gegen Gebühr hinzugebucht.

Mehr Informationen unter http://www.eurocamp.de

Allgemein ITB 2012 Trends

Tourismus als Lebenselexier?

Foto: Tanouri-Tänzer auf der ITB Berlin. Quelle: Miriam Gutekunst

Es wird still im Publikum. Mit fünfzehnminütiger Verspätung treffen die angekündigten Tanoura-Tänzer ein. Mit ernster Miene schreiten die drei jungen Männer auf die Bühne und positionieren sich in einer Reihe. Mit dem ersten Trommelwirbel der Musik beginnen sie sich zu drehen. Schneller und schneller. In Windeseile falten sich ihre langen, bunten Röcke auf und steigen höher und höher. Tanoura ist  die Kunstform des traditionellen Tanzes der Derwische, der Vertreter des mystischen Islams. Das Drehen soll zu Ekstase und dadurch in himmlische Sphären führen.

Aber an diesem Mittwochmorgen handelt es sich nicht um eine religiöse Zeremonie, sondern um eine Aufführung für die Besucher der ITB Berlin. Die drei Tänzer vertreten das Partnerland Ägypten und werben um Touristen. Ein Jahr ist es her, dass der arabische Frühling nach Ägypten schwappte und sich am Tahrir-Platz in Kairo hunderttausende Menschen zusammenfanden,  um gegen die Regierung Mubarak zu demonstrieren. Der Präsident wurde gestürzt. Die erfolgreiche, friedliche Revolution der Ägypter löste weltweit Respekt und Bewunderung aus. Nun ist es unklar, wie sich das Land weiterentwickeln wird. Doch eines steht für Tourismusminister Mounir Fakhry Abdel Nour fest: „Die Regierung muss 800.000 jungen Menschen Arbeit geben, sie kann nicht auf Urlauber verzichten.“ Vor der Revolution reisten noch 14,7 Millionen Touristen in das Land der Pyramiden, davon 1,3 Millionen aus Deutschland. Seit den politischen Umbrüchen sind diese Zahlen stark eingebrochen. Die diesjährige ITB soll dazu beitragen, den Tourismus wieder anzukurbeln.      

Die drei Ägypter wirbeln über die Bühne.  Sie sind umgeben von ihren kreisförmigen Röcken, deren grelle Farben verschwimmen, so schnell drehen sie sich. „Elixier der Glückseligkeit“, so wird der Tanz der Derwische genannt. Als „Lebenselixier“ bezeichnet auch Dr. Christian Gölke, Geschäftsführer der Messe Berlin, die Bedeutung des Tourismus für Ägypten. Die Branche ist ein wichtiges Standbein für das Land und erwirtschaftete vor der Revolution zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Folgt nach der politischen Revolution im Land der Pauschalreisen eine Revolution im Tourismus? Ein Blick in das Kongressprogramm der ITB Berlin zeigt, dass darüber kontrovers diskutiert wird. In Podiumsdiskussionen und Workshops geht es um die Bedeutung und Auswirkungen der Tourismuswirtschaft  in einem Land, das sich im politischen Aufbruch befindet: Minister, Wissenschaftler und Reiseveranstalter debattieren zum Beispiel über die Frage, ob es sich bei der „Arabellion“ um einen arabischen Frühling oder um eine touristische Eiszeit handelt. Auch der CDU-Politiker Klaus Brähmig, Vorsitzender des Bundestags-Tourismusausschusses, äußerte sich kurz vor der Eröffnung der Tourismusmesse gegenüber dem Hamburger Abendblatt kritisch und sprach sich gegen Urlaubsreisen nach Ägypten in der momentanen Situation aus, unter anderem wegen der Unterdrückung der koptischen Christen und den Prozessen gegen Mitarbeiter von Organisationen wie der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Einer der Tänzer wirft plötzlich seinen Rock in die Luft, blickt flehend gen Himmel und schlägt die Arme über dem Kopf zusammen.  Die Show ist aus und die Künstler verlassen unter verhaltenem Applaus die Bühne. Ob es tatsächlich Folkloreaufführungen sind, die Touristen wieder nach Ägypten locken, oder es etwas Anderes, etwas Neues braucht, um die Menschen zu überzeugen, wird sich in der kommenden Urlaubssaison zeigen.

[nggallery id=18]

Allgemein ITB 2012 Topstories

SO-LO-MO – oder wohin die Reise der Reise geht

Foto: Dipl. Math. Heike Helmers. Quelle: Jana Rentmeister

Alle Referenten beim Panel sprechen von den diesjährigen Trends im eTourismus: Social Media. Ob alle Unternehmer und auch kleine Betriebe mithalten können, ist noch die Frage. Denn wie so oft geht es bei Trends um Erwartungen, nicht um Versprechungen.

In ganzen Hallen der ITB Berlin, der weltweit größten Messe für Tourismus, geht es nur um das Thema „Wohin geht die Reise der Reise?“, sprich: welche Entwicklungen können wir im Tourismus erwarten? Und es gibt viele Antworten. Die Trends im eTourismusmarketing auf sind nach einem Tag schnell auf den Punkt gebracht: SO-LO-MO, die Kurzform für social, local und mobile.

Im eTravel World Lab der Halle 7.1c dreht sich jeder Vortrag darum. Auf „Konsumentenmarkting im Social Web“ folgt „Social Media 2012 – 10 Thesen vom Hype zum Kommunikationsalltag“ über „Social Media along the travel chain“ bis hin zu „Kollaboratives Reisen – Ideen und Konzepte für ein neue Zeitalter im Tourismus“.

„Dabei ist das Bewusstsein für Social Media bei Klein(st)unternehmen noch längst nicht da“, weiß Dipl. Math. Heike Helmers aus eigener Erfahrung. Die Marketingberaterin von Tourismuskontor sitzt mit im Publikum und hört gespannt den Vorträgen zu. Sie entwickelt für Kleinst- und Kleinunternehmen aus der Tourismusbranche Strategien zur Marktbeschreitung und ist seit zehn Jahren selbstständig. „Wie Social Media funktioniert, welche Chancen und Tücken es mit sich bringt, wissen viele noch nicht. Mit Seminaren machen wir vorwiegend Aufklärungsarbeit.“

Im Kern geht es bei Social Media um folgendes: Mit „Web 2.0“ oder „Mitmach-Web“, zwei Synonyme für „Social Media“, hat sich nicht etwa eine neue Version des Internets entwickelt, sondern es ist vielmehr ein neues Verständnis darüber in unserer Gesellschaft entstanden. Es hat eine Machtverschiebung gegeben, denn es sind nicht mehr nur große Konzerne, die Inhalte im Netz publizieren können sondern jeder einzelne Reisende. Das geschieht vorrangig über Dialogfunktionen und vereinfachte Kommunikationswege, über Bewertungsfunktionen und eine erhöhte Zugänglichkeit von Informationen.

Der Reisende entscheidet, was er wahrnehmen möchte und was nicht. Für die Masse an Werbebotschaften, die täglich auf ihn einprasseln, hat er Filter entwickelt, die Informationen selektieren, bevor ihnen große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Björn Zimmer, CEO von Yourfans, empfiehlt Unternehmen daher, auf kontinuierliche und kanalübergreifende Berichterstattung mit konstanten Botschaften zu setzen. Erfolgsfaktoren bei Facebook-Marketing seien Markenbildung, Botschaften, Frequenz, Reichweite und Vertrauen: „Ein Wanderreise-Anbieter wird erst dann mit seiner Social Media-Strategie erfolgreich sein, wenn der Internetnutzer bei seiner Recherche im Internet ihn immer wieder entdeckt.“

Markenbildnerin Heike Helmers sieht die Problematik vor allem darin, dass in Kleinunternehmen zu wenige Kapazitäten für Social Media vorhanden sind. „Für das Verfolgen einer Social Media Strategie müssen Mitarbeiter erst einmal geschult werden, bevor sie kontinuierlich Inhalte veröffentlichen, denn jede Veröffentlichung bringt im besten Fall Kommunikation und erfordert Zeit für Dialog.“ Die Beraterin wünscht sich mehr Mut, damit die unternehmerische Schere zwischen kleinen und großen Unternehmen aus der Tourismusbranche nicht zu stark auseinander geht. Kleinunternehmer sollen mit offenen Augen durch das Web gehen und sich nicht von alltäglichen Sachzwängen leiten lassen. Besonders für den Regionaltourismus erkennt sie hohes Potential und viele Chancen.

In einem Punkt sind sich alle Referenten einig: Die Urlaubsentscheidung liegt nicht mehr in der Kontrolle des Vermarkters, denn sie haben dank des Internets eigene Möglichkeiten zum Vergleich. Der Vermartker stattdessen kann nur mit Mehrwert und Kompetenz punkten.

Allgemein ITB 2012 Topstories Trends

Action, Spaß und Spannung

Foto: Halle Trends und Events. Quelle: Myriel Camp.

Die ITB Berlin 2011 kann eine sportliche Herausforderung sein. Zumindest in der Halle 4.1. des Messegeländes.

Der Gurt wird angelegt und rauf geht es den etwa 10 Meter hohen Kletterfelsen. Oder versucht man sich doch lieber auf einem Surfboard beim Wellenreiten? Definitiv eines der Favoriten, zumindest die lange Schlange der geduldig wartenden Menschen davor deutet darauf hin.

Geschick und Balance sind gefragt, wagt man sich auf die Slag Line, ein gespanntes, elastisches Seil über dem Boden. Die reinste Wackelpartie – und auch für Zuschauer sehr amüsant. Ziemlich komisch sieht das aus, wenn die Wagemutigen um kostbare Sekunden auf dem Seil kämpfen.

Wer nicht mit ganzem Körpereinsatz dabei sein möchte, der kann Sport im „kleinen Rahmen“ machen: Minigolf und Skateboarding als Fingerakrobatik. Und mit etwas Glück lässt sich beim Glücksrad auch noch ein kleiner Gewinn abstauben. Für die Ruhepause zwischendurch bieten sich einzelne Konzerte und Vorführungen aus verschiedenen Kulturen an. Halle 4.1: Definitiv eine aktionsgeladene Halle, ein großer Spielplatz für groß und klein.

Wer sich darüber hinaus noch über spannende Reiseangebote insbesondere für junge Leute informieren möchte, der kann sich von den zahlreichen Hostel- und Abenteuerveranstalter schon mal gedanklich mitnehmen lassen auf die große Reise.

Allgemein ITB 2011

Community Based Tourism – Chancen und Gefahren

Foto: TO DO! Preisverleihung: Andaman Discoveries. Quelle: Myriel Camp.

Bereits zum 16. Mal wurde dieses Jahr auf der ITB Berlin 2011 der TO DO! Preis für sozialverantwortlichen Tourismus vergeben. Unter den drei Gewinnern war die thailändische Organisation Andaman Discoveries. Sie setzt sich für die Entwicklung der Gemeinden der Küstenregion Phang Nga in Südthailand ein. Eine Möglichkeit diese voranzutreiben sehen sie im Aufbau von Community Based Tourism (CBT). Entstanden ist die Organisation nach dem Tsunami 2004, der Fischern durch die Zerstörung zahlreicher Schiffe die Lebengrundlage nahm.

Community Based Tourism als nachhaltige Form des Tourismus gewinnt immer mehr an internationaler Anerkennung. Aber ist diese Form des Tourismus wirklich nachhaltig, zukunftsträchtig?  Ein Gespräch über Chancen und Gefahren mit dem TO DO! Preisträger Bodhi Garrett, Unternehmensgründer von Andaman Discoveries.

Myriel Camp: Wie werden Gemeinden auf die Möglichkeit des Community Based Tourism als Instrument für Entwicklung aufmerksam gemacht?

Bodhi Garrett: In einigen Gemeinden haben wir im Zuge des Tsunamis Community Based Tourism aufgebaut. Das Konzept hat sich in den benachbarten Gemeinden rumgesprochen und nun wollen viele Gemeinden Tourismus in ihren Dörfern aufbauen. Ein Problem ist, dass es sich mittlerweile zu einem Trend entwickelt und dass das Angebot die Nachfrage weit überschreitet.

Myriel Camp: Auf der TO DO! Preisverleihung betonten Sie die Chancen, die Community Based Tourism für Gemeinden hat, wie zusätzliches Einkommen,  Engagement im Umweltschutz und Stärkung des Traditionsbewusstseins . Sehen Sie auch Probleme hinsichtlich der Umwelt und Kultur, die diese Form des Tourismus mit sich bringt?

Bodhi Garrett: Natürlich hat der Tourismus auch negative Auswirkungen auf die Umwelt, genauso wie jede Form von Entwicklung und Modernisierung negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Der Tourismus jedoch, im Vergleich zu vielen anderen treibenden Modernisierungsfaktoren, führt Einheimischen die Wichtigkeit des Umweltschutzes und Kulturerhalts vor Augen. Schließlich bedingen diese den Tourismus. Bedauernswert ist auch, dass es auf Regierungsebene noch wenig Verständnis für nachhaltigen, partizipativen Tourismus gibt.

Myriel Camp: Wie schaffen es Gemeinden die Aufmerksamkeit der Touristen zu gewinnen?

Bodhi Garrett: Wir produzieren Broschüren über das Tourismusangebot der Gemeinden und vermarkten sie an Reiseveranstalter, die sich dem sozialverantwortlichen Tourismus verschrieben haben. Ziel ist es jedoch, dass sich die Gemeinden in Zukunft selbstständig vermarkten können.

Myriel Camp: Wie lange dauert es im Durschnitt bis sich eine Gemeinde selbstständig vermarkten kann und ohne organisatorische und finanzielle Hilfe von außen zurechtkommt?

Bodhi Garrett: Das ist ganz unterschiedlich und kommt auf die Gemeinde an. Aber ein bis zwei Jahre dauert es mindestens. Andaman Discoveries agiert jedoch auch dann weiterhin als Reisevermittler um Touristen in die Gemeinden zu senden.

Myriel Camp: Hat jedes Gemeindemitglied die Chance am Community Based Tourism teilzunehmen?

Bodhi Garrett: Im Prinzip ja. Um jedoch Gästen einen Homestayaufenthalt anbieten zu können müssen bestimmte Standards erfüllt sein. Fehlt es dem Hauseigentümer an finanziellen Mitteln um diese Kriterien zu erfüllen, leiht ihm die Gemeinde Geld, das er später durch die Einnahmen durch den Tourismus zurückzahlt. Wichtig ist, das Tourismuskonzept unter Einbezug der finanziell schwächsten Mitglieder aufzubauen und es immer wieder entsprechend an die Bedürfnisse aller anzupassen.

Myriel Camp: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen die Community Based Tourism bewältigen muss um sich in Zukunft nachhaltig selbst tragen zu können?

Bodhi Garrett: Die größte Herausforderung ist definitiv Zugang zum Markt zu bekommen und dass die Nachfrage das Angebot bestimmt. CBT muss von den Gemeinden als Instrument für lokale Entwicklung gesehen werden und nicht als Privatunternehmen. Häufig bieten einige wenige Leute einer Gemeinde Homestayaufenthalte an und verkaufen sich nach außen als Community Based Tourism, ohne dabei die Anforderungen dieses Tourismuskonzepts zu erfüllen. Der Begriff CBT wird schnell und häufig missbraucht, ohne dass leisten zu können, was das Konzept eigentlich verspricht.

Myriel Camp: Was machen Sie mit dem Geld, das Sie bei den TO DO! Awards gewonnen haben?

Bodhi Garrett: Das Geld soll dafür genutzt werden, einen neuen Projektkoordinator auszubilden, der für die Ausbildung der einzelnen CBT Gemeinden der Region  zuständig ist. Außerdem soll etwas Geld für Notfälle und weitere Projekte beiseitegelegt werden.

Link: http://www.to-do-contest.org/

 

 

 

 

 

 

 

ITB 2011

In Asien zur Ruhe kommen

Foto: Halle 26-Asien. Quelle: Myriel Camp

Ein riesiges gelbes Schild mit der Aufschrift „26-Asien“: Dieser Hinweis ist jedoch überflüssig,  denn bereits von weitem steigt einem der Duft von asiatischen Köstlichkeiten in die Nase. Kein Wunder. Noch bevor man die Halle 26 wirklich betreten hat verleiten gleich zwei asiatische Essenstände, ein Thailänder und ein Japaner, dazu, einen zweiten Mittagssnack zu sich zu nehmen.

Einmal angekommen, stellt sich ganz unbewusst der Entspannungsmodus ein. Die Asienhalle ist keine Durchgangshalle wie die meisten Hallen der ITB. Besucher kommen allein aus dem Grund, Asien zu besuchen. Das spiegelt sich in ihrer Gelassenheit wieder. Die Leute laufen langsamer, schlendern häufig sogar und sind nicht hektisch auf dem Weg von einem Termin zum nächsten, wie in anderen Hallen, in denen man sich zwischen gehetzten Besuchern durchschlängeln muss.

Ruhig geht es in Asien allerdings nicht zu. Im Gegenteil: viele Besucher, viel Gewusel, viele Geräusche, viel Gelächter, viele fremde exotische Sprachen. Hat man sich eventuell in Thailands Metropole Bangkok verirrt? Eins ist zumindest spürbar: Die Halle Asien repräsentiert nicht nur Asien, sie lebt es auch.

Besucher fühlen sich in der Halle wohl. „Die Halle vermittelt  asiatische Mentalität“, „Die Menschen an den Ständen strahlen Wärme und Offenheit aus und sind nicht nur unter sich, wie es in einigen anderen Hallen der Fall ist“, so die Kommentare einiger Gäste. Genügend Sitzmöglichkeiten zum Verweilen , zum Lauschen der asiatischen Musik, Bestaunen der thailändischen Boxer oder Bewundern der farbenfrohen traditionellen Kleidung der Asiaten.

Obwohl laut einigen Ausstellern dieses Jahr weniger Gäste die Asienhalle besuchten als im vergangenen Jahr, ist sie trotzdem voller Leben.

ITB 2011

Sind „Futouristen“ die Touristen der Zukunft?

Ist nachhaltiger Tourismus nur eine Modeerscheinung? Nein!, da sind sich Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Volker Böttcher, Geschäftsführer von TUI Deutschland und Dr. Peter Fankhauser, Geschäftsführer der Thomas Cook AG, einig: Nachhaltigkeit und Tourismus bedingen sich, die nachhaltige Sicherung einer intakten Umwelt ist Grundvoraussetzung für den zukunftsfähigen Tourismus. Burgbacher, Böttcher, Fankhauser waren am CSR Day auf der ITB Berlin 2011 Gäste der Initiative „Futouris“, die sich für die Verbesserung der Lebensverhältnisse, den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Umwelt- und Klimaschutz engagiert. Andreas Koch, Vorsitzender von „Futouris“, richtet einen Appell an Touristikunternehmen, Mitglied dieser Initiative zu werden und nachhaltige Projekte zu fördern. Auch Ernst Burgbacher rief dazu auf, mit „Projekten statt Parolen“ aktiv zu werden.

Schon Mitglied bei „Futouris“ sind die beiden Reiseveranstalter Thomas Cook und TUI Deutschland, die sich mit verschiedensten Projekten auf der Internetseite von „Futouris“ präsentieren. So engagiert sich TUI Deutschland beispielsweise mit einem Projekt für den Schutz der Heimat von Walen auf Teneriffa und unterstütz den Aufbau von Lebens-, Bildungs- und Kulturstätten der vom Erdbeben betroffenen Menschen auf Haiti. Thomas Cook setzt sich für die Erhaltung des Waldbestands im Alexander-von-Humboldt-Nationalpark im Osten Kubas ein und engagiert sich für den Schutz der Mittelmeermönchsrobben auf Madeira.

Aber wie sehen das die Touristen selbst? Sind sie bei ihrer Reiseplanung genauso vorausschauend wie die Reiseveranstalter? Laut Dr. Peter Fankhauser ist das Bewusstsein für nachhaltige Reisen bei vielen Touristen vorhanden, es hat bei der Reiseplanung bislang jedoch keine Priorität: „Preis und gutes Wetter sind immer noch die ausschlaggebenden Faktoren“. In Zukunft erhoffen sich die „Futouristen“, dass nachhaltige Reiseangebote sich stärker im Markt etablieren. Das Interesse an nachhaltigem Tourismus ist groß, was die zahlreichen Zuhörer belegen. Welche Bedeutung dieser für Touristen in der Zukunft spielen wird, ist jedoch noch offen.

ITB 2011

Tunesien – Folgt nach dem politischen der touristische Neuanfang?

Foto: Mehdi Houas, Minister für Handel und Tourismus. Quelle: Myriel Camp

Neues Logo, neuer Slogan „I love Tunisia – the Place to be … now!“, damit präsentiert sich Tunesien auf der ITB Berlin 2011. Mit dieser Kampagne möchten die Tunesier Urlauber in ihrem Land willkommen heißen. Denn inzwischen ist die Lage sicher, so die Botschaft.

Die Pressekonferenz von Tunesien lockte  dieses Jahr viele Journalisten an. Wie läuft der Tourismus nach der Revolution und dem Sturz des Diktators Ben Ali? Was erwartet sich das Land von der Zukunft? Diesen Fragen widmete sich Mehdi Houas. Tunesiens neuer Minister für Handel und Tourismus appelliert dabei gleich an die Deutschen, sein Land wieder zu bereisen. Denn seiner Meinung nach ist die Revolution in Tunesien vorbei, die Lage hat sich stabilisiert und Touristen können wieder kommen.

Dennoch: Das Vertrauen in die Sicherheit des Landes muss erst wieder aufgebaut werden. Zurzeit hat Tunesien 40 Prozent weniger Besucher als vor einem Jahr. Doch für große Werbekampagnen ist es wahrscheinlich noch zu früh, dafür ist die Lage im Land noch zu verworren. Aber es gibt auch ermutigende Zeichen: Rewe Touristik schickte als erster Veranstalter schon am 22. Februar 2011 wieder Touristen nach Tunesien, am 27. Februar 2011 folgten weitere Unternehmen. „2011 wird ein schwieriges Jahr für Tunesien werden“, sagt Mehdi Houas, „wir wollen jedoch die Zeit für Investitionen nutzen und den Tourismus auch in neuen Bereichen fördern.“

Der Kulturtourismus soll wichtiger werden, damit Besucher besser am Leben der Tunesier teilnehmen und die reiche Tradition des Landes erleben können. Als Beispiel nennt der Minister zwölf archäologische Fundstätten, die zu Besuchermagneten ausgebaut werden. Und möglicherweise kommen jetzt auch ganz neue Besucher ins Land, nämlich die, die aufgrund des korrupten Regimes Tunesien bislang boykottiert haben. Vor sechs Wochen haben die Tunesier ihren Diktator ins Exil geschickt. Und genau wie das Land, muss sich nun auch Tunesiens Tourismus wieder stabilisieren.

Allgemein ITB 2011