„Selamat Siang“ Indonesien – Guten Tag Indonesien

 Claudia Lang und Monika Bleichern auf dem Stand von Indonesien; Foto: Pia-Maria Schäfer

Jedes Jahr hat die ITB ein neues Partnerland. Dieses Jahr: Indonesien. Claudia Lang, Marketingmanagerin des Indonesischen Fremdenverkehrsamtes  und Monika Blachian, Marketingdirektorin von Travel.PR standen young press Antwort zu den Gastland.

young press: Warum sollte man nach Indonesien reisen?

Indonesien ist das vielseitigste und vielfältigste Land der Welt. Man muss es einfach erlebt haben.

young press: Wodurch drückt sich diese Vielfältigkeit aus?

In Indonesien leben über 700 Kulturen. Von Meer, Strand, Bergen und Kulturstätten bis hin zu modernen Metropolen  kann man alles besichtigen. Jeder Reisende wird zufrieden gestellt.

young press: Beste und schönste Reisezeit?

Die beste Zeit ist nach dem Monsun. Das heißt zwischen April und November. Wobei es in der Monsunzeit auch spannend sein kann. Es regnet zwar zwischendrin, aber wir sind ja am Äquator und es ist immer warm.

young press: Was sollte man unbedingt sehen?

Das ist wirklich die schwierigste Frage, die Sie mir stellen können. Bei 17.000 Inseln kann man viel entdecken. Es kommt vor allem darauf an, wofür man sich interessiert.

young press: Was sind Ihre persönlichen Highlights?

Der buddhistische Tempel in Borobudur und der Toba-See sind zwei Highlights, die man besuchen kann.

young press: Was erhoffen Sie sich von der Messe?

Wir sind schon seit 45 Jahren auf der ITB vertreten. Wir gehören sozusagen schon zum Inventar der Messe.  Und dieses Jahr sind wir ja Partnerland und haben einen größeren Stand.

young press: Wie wird man Partnerland- muss man sich bewerben oder wird man gefragt?

Da gibt es, glaube ich, viele Wege. Und da hat sich auf der politischen Ebene vielleicht was einfädeln lassen und auf alle Fälle wurde es dann angefragt.

young press: Lohnt es sich Partnerland zu sein?

Auf jeden Fall. Man merkt die steigende Aufmerksamkeit, die auch die Medien für dieses Land entwickeln. Wir hoffen natürlich auch auf eine Nachhaltigkeit dieses Interesses. Das Ziel ist es, Besucherzahlen aus Deutschland, Europa und natürlich weltweit zu erhöhen.

young press: Wann haben Sie angefangen für die Messe zu planen?

Angefangen haben wir 2011, als die Einladung kam. Dann gehen die ersten Vorbereitungen los. Das ganze Jahr 2012 haben wir auf die Messe hingearbeitet.

young press: Wie viel Aufwand muss man betreiben, um zwischen den anderen Ständen aufzufallen? Was muss man tun?

Man muss viel bieten. Wir haben natürlich dieses Glück, dass unsere Kulturen sehr auffallen. Schöne Menschen, tolle Kostüme, dass lockt die Besucher an. Die Musik ist exotisch und wir haben aus Indonesien exzellenten Kaffee. Der ist in Deutschland auch kaum bekannt. Auch haben wir eine Massageecke, denn Java ist die Wiege der Spa-Kultur.

young press: Aber sie machen auch viele Shows, um die Besucher auf den Stand aufmerksam zu machen. Wissen Sie, wie viele Shows pro Tag laufen?

Wir haben täglich zwei Hauptblöcke mit Tänzen und kurzen Aufführungen zwischendurch. Es ist noch zu überblicken, aber dafür gibt es dann auch das Personal, die das dann arrangieren.

young press: Die ITB ist vier Tage für Fachbesucher und am Wochenende für alle Interessierten offen. Bieten Sie am Wochenende etwas anderes an?

Nein, es werden die gleichen Shows sein. Natürlich merkt man, dass gewisse Verkäufer nicht mehr so präsent sind, aber wir am Indonesien-Stand sind genauso präsent wie vorher da.

Das Interview führte Pia-Maria Schäfer

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Rebellin auf Mission – Auf der Suche nach dem Drei-Gänge-Menü

Wie ein Tiger schleicht sie um den Stand herum. Sie will etwas, traut sich aber nicht. Das Raubtier bin ich. Was ich will ist ein Apfel. Den habe ich am Infostand entdeckt. Aber da die Herren der Hotelkette dort unglaublich wichtige Gespräche führen, erbeute ich keinen. Im Imagefilm des Hotels bekommen gutaussehende Gäste ein Gourmetgericht serviert. Das will ich auch! Ich habe gewettet. In der Mittagspause zwischen zwölf und ein Uhr soll ich für mich ein Drei-Gänge-Menü ergattern. Ich könnte es auch schnorren nennen, Geld ausgeben sieht die Wette nämlich nicht vor. Als „How I Met your Mother“-Junkie kenne ich auf solche Herausforderungen nur eine Antwort: Challenge accepted. Die Zeit läuft, ich habe nur noch 55 Minuten.

Ich bin optimistisch. Halle 26 ist mein Ziel und direkt davor steht ein Imbiss neben dem anderen. Es riecht köstlich nach gebratenem Reis und Sojasauce. In der Halle riecht es nicht mehr so gut. Es riecht auch nicht schlecht, aber einfach nicht nach Essen. Wenn ich schon nicht die Nase eines Raubtieres habe, suche ich mir ein Leittier. Zwei Männer laufen an mir vorbei. Sie tragen jeweils zwei Tüten voller Essen. Hier ein Ausfallschritt, dort ein Sprint. Primitiv wie ich bin, folge ich ihnen. Doch plötzlich schlagen sie einen Haken und die Tür vor meiner Nase zu. Nach dem verlorenen Hindernisrennen schreit mein Magen nach Aufmerksamkeit. Und dann muss mein Körper auch noch die Last des Zeitdrucks auf seinen Schultern tragen. Ich habe schon zehn Minuten vertrödelt. Wohin soll das führen? Keine drei Minuten später habe ich einen malaysischen Tee in der Hand. Eigentlich bin ich wegen der Konservendosen zu dem Stand gelaufen. Die Dosen sind zu und was sie dort sollen, verstehe ich nicht. Aber man versichert mir, dass der traditionelle Tee immer getrunken werden könne. Auch als Appetizer. Ich trinke und bekomme einen Zuckerschock. Der Tee liefert sogar Energie, ist mein erster Gedanke. Mein zweiter ist weniger euphorisch: Nach dem Zuckerhoch folgt üblicherweise das Zuckertief. Jetzt muss ich neben der weltlichen auch noch die biologische Uhr bezwingen. Ich habe nur noch 40 Minuten. Die Mission geht vielversprechend weiter, ich bekomme eine Brezel. Malaysischer Tee und bayerisches Gebäck – wenn das mal kein Appetizer ist. Jetzt ist der Hauptgang dran.

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Ich habe eine Theorie. Eine Art Geheimbund verteilt die leckeren Häppchen exklusiv an seine um den Stand verteilten Mitglieder. Essen sehe ich jetzt nur noch, wenn es gegessen wird – und zwar von anderen. Trotz Augenkontakt und freundlichem Lächeln wird mir von dem Geheimbund keine Mitgliedschaft angeboten. Ich bin kein Barney Stinson, meine Mittel sind begrenzt. Als mich auch noch ein Gitter von einem Buffet trennt, wächst in mir die Rebellin. Bin ich eine Gefangene? Als Revoluzzerin bin ich natürlich gegen ungerechte Verteilung. Die Uhr tickt, das Ziffernblatt gibt mir nur noch 30 Minuten. Also durchbreche ich die Mauern. Eben war noch ein Minister aus Indonesien auf der anderen Seite. Jetzt ist er weg. Jetzt bin ich da. Ich stehe auf der anderen Seite, kaue auf einem Bananenblatt rum und löse das Rätsel. Der Geheimbund heißt Cateringfirma und arbeitet für den Indonesienstand. Von dem Essen kann, nein soll ich gerne mal was probieren: Rindersaté, scharfe Erdnusssoße und Shrimpchips. Ach, wie schön ist das Rebellenleben. Das Bananenblatt war übrigens als Deko gedacht. Hauptgang: Check!

Hier eine Schokolade, da ein Bonbon. Überall stehen Schälchen mit Knabbersachen und Gummibärchen. So was es zumindest gestern. Doch wo sind die Nachspeisen, wenn man eine Wette zu gewinnen hat? James Bond spielt in Macao mit dem Glück, bekommt Geld und trifft sein Bondgirl. Ich bin auch auf Mission, also folge ich seinen Spuren. Doch James und ich müssen zwei verschiedene Macao aufgesucht haben. Mir wird an diesem Messestand mein ganzer Optimismus genommen. Essen sei hier nicht so wichtig. Was würde James tun? Waffen besitze ich nicht, auf die stehe ich als friedliebende Rebellin auch nicht. Also probiere ich es mit Charme und bekomme einen Hinweis. Es geht gen Hongkong. Dort bietet man seinen Gästen etwas an. Die Verantwortlichen evaluieren sogar, welche Gerichte bei den Besuchern gut ankommen und welche nicht. Ich habe noch zwölf Minuten und die Mission in Bond-Manier erfüllt. Wie im Film erwartet mich ein Happy End: Panna Cotta.

Gegen mich gewettet hatte übrigens mein Magen. Der scheint mit der Niederlage aber ganz gut leben zu können.

Allgemein Ernährung ITB 2013