Heute mal Salat statt Burger: gesunde Ernährung ist hip

Die „Vitaminbar“ : So sieht gesunde Ernährung am ITB-Stand von ruf Jugendreisen aus

 

Schon seit längerer Zeit liegt gesunde Ernährung in Deutschland im Trend. In den vergangenen Jahren beschäftigen sich auch immer stärker Eltern von Kindern und Jugendlichen mit dem Thema, bestätigt auch Maike Rummich, Online Marketing Managerin und Presseprecherin für „A und O Hostels und Hotels“ in Deutschland. Bei der Entscheidung „Wo schicke ich meine Schützlinge eigentlich hin?“ spielt die Frage, ob dort gesund gegessen wird eine wichtige Rolle – sei es auf Klassenfahrt, Vereinsausflug oder im Sommerurlaub.

Dass gesundes Essen ein brisantes und „großes Thema“ ist, meint auch Prof. Dr. Heike Bähre, Geschäftsführerin des Institus für Tourismus und Kommunikation. Spätestens seit der rot-grünen Regierung von 1998 bis 2005 sei das Interesse an bewusster, gesunder Ernährung gewachsen. „Heutzutage muss in Deutschland das Essen gesund sein“, sagt Bähre. Touristen, die nach Deutschland kommen, seien hingegen oft überrascht und sogar abgeneigt gegenüber der gesunden deutschen Kost. Seitdem Hotels durch die Vergabe von Sternen zertifiziert werden, erwarten Kunden auch gewisse Standards – gesunde Ernährung, aber auch die Garantie, dass auf Lebensmittelunverträglichkeiten Rücksicht genommen wird.

Aber nicht nur Eltern, auch Lehrer und Kinder sowie die Jugendlichen selbst achten vermehrt darauf, was sie auf den Teller bekommen. Klassenfahrten und –ausflüge werden immer häufiger an bewusster Ernährung „ausgerichtet“. In Schullandheimen wie dem ADS Schullandheim Ulsnis an der Schlei lernen junge, aber auch ältere Menschen Lebensmittel kennen, erfahren, wo diese herkommen und wie man sie verarbeiten kann. „Wir betreiben damit sozusagen eine Aufklärungskampagne“, erläutert Andreas Heiler, Leiter des Schullandheims.

Auch Jugendreiseveranstalter wie ruf Jugendreisen haben den Trend längst erkannt. Neben gluten- und laktosefreien Speisen und Getränken, so verspricht die ruf-Broschüre, werden auch zu jeder Mahlzeit vegetarische Gerichte angeboten. „Bei 250 Teilnehmern sind im Durchschnitt 10 Prozent Vegetarier“, sagt ein Koch bei ruf. Um die gesunde Ernährung zu unterstützen, bietet ruf bei Reisen unter anderem eine Vitaminbar an, an der jeder seinen eigenen Joghurt mit Obst mischen kann – frei nach dem Motto „Pimp My Joghurt“. Bei der Veranstaltung „Das ruf Verpflegungskonzept – Verköstigung“ auf der ITB konnte man sogar selber mal seinen eigenen Joghurt „pimpen“, allerdings keinen laktosefreien.

Aber kommt das gesunde Essen denn bei den Kindern und Jugendlichen überhaupt an? „Sicherlich achten ältere Kinder mehr auf gesunde Ernährung und essen bewusster als jüngere“, meint der ruf-Koch. Insgesamt werde das Essen jedoch gut angenommen, das bestätigen auch die Fragebögen, bei denen die Jugendlichen die Reisen im Nachhinein bewerten.

Doch obwohl die Nachfrage nach gesundem Essen immer mehr steigt, ist der Bedarf doch noch nicht so hoch, dass es sich schon im Preis niederschlägt. Somit ist gesundes Essen derzeit weder für Verbraucher noch für Unternehmen teurer.

Allgemein Ernährung ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Nachhaltigkeit Trends

Wellness, Gesundheit und was noch? – Die Zukunft des Spas

„Das Spa der Zukunft – Welchen Weg nimmt der Markt?“ Das ist eine Frage, die auf der ITB Berlin für viel Gesprächsstoff sorgt. Zumindest auf dem Podium des Fachforums Wellness. Dabei ging es vor allem um medizinischen Tourismus, Gäste, Ökologie und Nachhaltigkeit, Ernährung, Mitarbeiterteams und Design. Im Fokus standen dabei jeweils die potentielle Eröffnung von Spas.

Ein wichtiges Thema für die Spa-Branche ist der medizinische Tourismus. Dr. Harald Stössier von VIVA – Das Zentrum für Moderne Mayr-Medizin erzählte von Gästen, die ihre Gesundheit erhalten wollen: Sich mit alternativen Therapien behandeln lassen, wenn die Schulmedizin nicht geholfen hat. Im Vordergrund steht aber immer die Gesundheit. Dabei betonte er, dass diese Art des Tourismus im wesentlichen auf Vertrauen beruht. Karl-Arnold Schüle, Inhaber von Schüle‘s Gesundheitsressort und Spa, stellte fest, dass die medizinischen Touristen deutlich länger als Wellnessgäste bleiben.

Natürlich. Ökologisch. Nachhaltig. Diese drei Schlagworte waren ebenfalls nicht zu überhören. Dabei machte vor allem Samantha Foster von Spa Source Asia Limited den Unterschied zwischen natürlich und ökologisch deutlich. Sie betonte, dass nicht alles, was natürlich sei, auch gleichzeitig ökologisch ist. Dabei wurde die Frage aufgeworfen, ob ein grünes Siegel sinnvoll sei. Andrew Gibson von Spa Mandarin Oriental Group hält dies für notwendig. Notwendiger als Produkte. Für Foster heißt das „Nachhaltigkeit für Gäste. Nachhaltigkeit für die Firma. Nachhaltigkeit für den Planeten.“

Auch die Ernährung ist wichtig. Alle waren sich einig, dass Spas in diesem Fall ihre Patienten beraten müssen. Nur wenn diese langfristig ihre Ernährung umstellen und sich gesund ernähren, dann hat die Gesundheit eine Chance.

Ein anderer wesentlicher Faktor für die Zukunft der Spas sind die Menschen, die dort arbeiten. „Was nützt das beste Spa, wenn Sie keine gute Software haben. Die Software sind die Mitarbeiter“, sagte Schüle. Aber was bedeutet dies für die Betriebe konkret? Schulungen. Haustraining. Qualitätsmanagement. Das scheinen die wesentlichen Bestandteile zu sein. Denn Schüle kritisiert „Es ist kolossal. Jeder Mitarbeiter hat zwar seine eigene Handschrift, aber die Leistungen sollten einheitlich sein.“

Neben diesen Faktoren führt schließlich auch das Design eines Spas in die Zukunft. Zu Beginn steht jedoch die Entwicklung eines Konzeptes. Erst wenn die Behandlungsmethoden feststehen, sollte das Design eine Rolle spielen. „Am meisten hat mich die Anzahl der Spas gewundert, die bevor sie überhaupt ein Konzept für Anwendungen hatten, designt wurden“, berichtete Jean Paul Blisset.

Welchen Weg sie auch nehmen – am Ende steht immer ein Spa. Auch in der Zukunft.

Allgemein ITB 2010