Wer in ein ärmeres Land reist, informiert sich vorher gut

Die meisten Menschen, die aus Deutschland in sogenannte Entwicklungs- und Schwellenländer reisen, wollen sich vorher gut über Land und Leute informieren. Das ergab eine Studie des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung. Für die Studie wurden im Rahmen der jährlichen Reiseanalyse von 8.000 Teilnehmern diejenigen befragt, die schon einmal in einem Entwicklungs- oder Schwellenland waren. Gut zwei Drittel der Befragten gaben an, vor Reiseantritt gut informiert sein zu wollen. Nur etwa ein Fünftel will ein Land auf eigene Faust erkunden. Gespräche mit Einheimischen wollen aber zwei Fünftel führen, um ihr Reiseziel besser kennenzulernen. Die vollständige Studie wird in den nächsten Wochen veröffentlicht. Weitere Informationen dazu gibt es unter http://www.studienkreis.org.

Allgemein Fernreisen ITB 2013

In drei Schritten vom Naturerlebnis zur digitalen „Story“

 

Tipps für Firmen und Blogger, wie komplizierte Inhalte interessanter werden.

Audrey Scott und Daniel Noll beraten unter dem Namen „uncornered market“ Firmen und Organisationen, die ihr Marketing aufpeppen wollen. Für young press erklären sie, wie zum Beispiel ein Thema wie „Kayaking in Südfrankreich“ zu einer spannenden „Geschichte“ werden kann.  „Unter Begriffen wie Ecotourism oder Nachhaltigkeit kann sich oft keiner Konkretes vorstellen“, so Noll. Das Gegenmittel: Nicht einfach mit Begriffen um sich werfen, sondern lieber Geschichten erzählen – auf Englisch „storytelling“. Mit Geschichten ist nicht gemeint, einen Roman zu schreiben. „Eine Geschichte kann alles sein, sei es ein Bericht auf einer website oder auch nur ein tweet“, sagt Noll.

Daniel Noll erklärt "Digital Storytelling" Anhand des Beispiels Morgan's Rock in Nicaragua

Daniel Noll erklärt „digital storytelling“ anhand des Beispiels Morgan’s Rock in Nicaragua

Auf jeden Fall sollten „storyteller“ eine lange Auflistung von Fakten zu Nachhaltigkeit und Ökologie vermeiden. Vielmehr heiße es, diese Worte mit Emotionen zu füllen, mit Inhalten. Eine Geschichte zu Kayaking müsste man  so bearbeiten:

1) Personalisieren: Analysieren, wer an dem Angebot beteiligt ist. Ist es der Reisende, ist es der Guide, der im Vordergrund steht? So könnten die Beweggründe, warum ein Tourguide diesen Job gewählt hat oder was ein Tourist mit dem Ort verbindet, für eine „Geschichte“ sehr spannend sein.

2) Illustrieren: Mit allen Medien arbeiten. Bilder, Texte, Videos und alles andere, was die Technik noch so hergibt, einbinden. Insbesondere Geräusche könnten eine wichtige Rolle spielen. „Paddler sind so leise, dass sie oft ganz nah an Vögel herankommen, Geräusche unverfälscht aufnehmen“, weiß Scott. Zu erleben, dass dies am beworbenen Ort möglich sei, könne die „Geschichte“ daher sehr gut erzählen. Es muss aber nicht gleich ein Video sein. Fotos unterlegt mit zwitschernden Vögeln, plätscherndem Wasser könnten neben Videos genauso effektiv sein.

3) Streuen: Die Materialien auf allen Kanälen der sozialen Medien herausgeben. „Für Fotos könnte Instagram sehr passend sein“, so Scott, schließlich sei es sehr bildlastig. Ein besonderes sinnliches Format für Bilder einer Kayakreise könne Pinstagram sein. In Form einer virtuellen Pinnwand dargestellt wirke die Präsentation der Fotos dort „sehr visuell“. Für Videos sei Youtube wie gemacht. Idealerweise per facebook veröffentlicht, um dieses auch zu verbreiten. Nicht zu vergessen natürlich die eigene website, sofern vorhanden.

Daniel Noll und Audrey Scott erkären Storytelling im digitalen Kontext

Daniel Noll und Audrey Scott erkären storytelling im digitalen Kontext

Über die genaueren technischen Schritte und Möglichkeiten, die sozialen Netzwerke bieten, referieren Scott und Noll auf der ITB am Samstag, 9. März. Ort: Halle 7.1c auf der eTravel-Stage. Mehr Infos: http://www.itb-berlin.de/Besucher-Service/Fachbesucher-Service/RecommendedForBloggers/Tagesempfehlungen/VierterTag/

Allgemein ITB 2013 Trends

Videos: Klettern und Bier in Halle vier

 

Julia Harig entdeckt in der Halle „Ecotourism“, dass Messe auch spannend sein kann. Statt öder Vorträge erforscht sie, was einige Messestände besser machen.

httpv://youtu.be/9EdB3GDxV9I

 

 

Marcel Weyrich verrät, wo es leckere Goodies gibt und präsentiert den Globetrotter Kletterpark für Adventure-Begeisterte.

httpv://youtu.be/8lfJUMMMKbA

Allgemein Interview ITB 2013 Trends Video

Rebellin auf Mission – Auf der Suche nach dem Drei-Gänge-Menü

Wie ein Tiger schleicht sie um den Stand herum. Sie will etwas, traut sich aber nicht. Das Raubtier bin ich. Was ich will ist ein Apfel. Den habe ich am Infostand entdeckt. Aber da die Herren der Hotelkette dort unglaublich wichtige Gespräche führen, erbeute ich keinen. Im Imagefilm des Hotels bekommen gutaussehende Gäste ein Gourmetgericht serviert. Das will ich auch! Ich habe gewettet. In der Mittagspause zwischen zwölf und ein Uhr soll ich für mich ein Drei-Gänge-Menü ergattern. Ich könnte es auch schnorren nennen, Geld ausgeben sieht die Wette nämlich nicht vor. Als „How I Met your Mother“-Junkie kenne ich auf solche Herausforderungen nur eine Antwort: Challenge accepted. Die Zeit läuft, ich habe nur noch 55 Minuten.

Ich bin optimistisch. Halle 26 ist mein Ziel und direkt davor steht ein Imbiss neben dem anderen. Es riecht köstlich nach gebratenem Reis und Sojasauce. In der Halle riecht es nicht mehr so gut. Es riecht auch nicht schlecht, aber einfach nicht nach Essen. Wenn ich schon nicht die Nase eines Raubtieres habe, suche ich mir ein Leittier. Zwei Männer laufen an mir vorbei. Sie tragen jeweils zwei Tüten voller Essen. Hier ein Ausfallschritt, dort ein Sprint. Primitiv wie ich bin, folge ich ihnen. Doch plötzlich schlagen sie einen Haken und die Tür vor meiner Nase zu. Nach dem verlorenen Hindernisrennen schreit mein Magen nach Aufmerksamkeit. Und dann muss mein Körper auch noch die Last des Zeitdrucks auf seinen Schultern tragen. Ich habe schon zehn Minuten vertrödelt. Wohin soll das führen? Keine drei Minuten später habe ich einen malaysischen Tee in der Hand. Eigentlich bin ich wegen der Konservendosen zu dem Stand gelaufen. Die Dosen sind zu und was sie dort sollen, verstehe ich nicht. Aber man versichert mir, dass der traditionelle Tee immer getrunken werden könne. Auch als Appetizer. Ich trinke und bekomme einen Zuckerschock. Der Tee liefert sogar Energie, ist mein erster Gedanke. Mein zweiter ist weniger euphorisch: Nach dem Zuckerhoch folgt üblicherweise das Zuckertief. Jetzt muss ich neben der weltlichen auch noch die biologische Uhr bezwingen. Ich habe nur noch 40 Minuten. Die Mission geht vielversprechend weiter, ich bekomme eine Brezel. Malaysischer Tee und bayerisches Gebäck – wenn das mal kein Appetizer ist. Jetzt ist der Hauptgang dran.

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Ich habe eine Theorie. Eine Art Geheimbund verteilt die leckeren Häppchen exklusiv an seine um den Stand verteilten Mitglieder. Essen sehe ich jetzt nur noch, wenn es gegessen wird – und zwar von anderen. Trotz Augenkontakt und freundlichem Lächeln wird mir von dem Geheimbund keine Mitgliedschaft angeboten. Ich bin kein Barney Stinson, meine Mittel sind begrenzt. Als mich auch noch ein Gitter von einem Buffet trennt, wächst in mir die Rebellin. Bin ich eine Gefangene? Als Revoluzzerin bin ich natürlich gegen ungerechte Verteilung. Die Uhr tickt, das Ziffernblatt gibt mir nur noch 30 Minuten. Also durchbreche ich die Mauern. Eben war noch ein Minister aus Indonesien auf der anderen Seite. Jetzt ist er weg. Jetzt bin ich da. Ich stehe auf der anderen Seite, kaue auf einem Bananenblatt rum und löse das Rätsel. Der Geheimbund heißt Cateringfirma und arbeitet für den Indonesienstand. Von dem Essen kann, nein soll ich gerne mal was probieren: Rindersaté, scharfe Erdnusssoße und Shrimpchips. Ach, wie schön ist das Rebellenleben. Das Bananenblatt war übrigens als Deko gedacht. Hauptgang: Check!

Hier eine Schokolade, da ein Bonbon. Überall stehen Schälchen mit Knabbersachen und Gummibärchen. So was es zumindest gestern. Doch wo sind die Nachspeisen, wenn man eine Wette zu gewinnen hat? James Bond spielt in Macao mit dem Glück, bekommt Geld und trifft sein Bondgirl. Ich bin auch auf Mission, also folge ich seinen Spuren. Doch James und ich müssen zwei verschiedene Macao aufgesucht haben. Mir wird an diesem Messestand mein ganzer Optimismus genommen. Essen sei hier nicht so wichtig. Was würde James tun? Waffen besitze ich nicht, auf die stehe ich als friedliebende Rebellin auch nicht. Also probiere ich es mit Charme und bekomme einen Hinweis. Es geht gen Hongkong. Dort bietet man seinen Gästen etwas an. Die Verantwortlichen evaluieren sogar, welche Gerichte bei den Besuchern gut ankommen und welche nicht. Ich habe noch zwölf Minuten und die Mission in Bond-Manier erfüllt. Wie im Film erwartet mich ein Happy End: Panna Cotta.

Gegen mich gewettet hatte übrigens mein Magen. Der scheint mit der Niederlage aber ganz gut leben zu können.

Allgemein Ernährung ITB 2013

Heute mal Salat statt Burger: gesunde Ernährung ist hip

Die „Vitaminbar“ : So sieht gesunde Ernährung am ITB-Stand von ruf Jugendreisen aus

 

Schon seit längerer Zeit liegt gesunde Ernährung in Deutschland im Trend. In den vergangenen Jahren beschäftigen sich auch immer stärker Eltern von Kindern und Jugendlichen mit dem Thema, bestätigt auch Maike Rummich, Online Marketing Managerin und Presseprecherin für „A und O Hostels und Hotels“ in Deutschland. Bei der Entscheidung „Wo schicke ich meine Schützlinge eigentlich hin?“ spielt die Frage, ob dort gesund gegessen wird eine wichtige Rolle – sei es auf Klassenfahrt, Vereinsausflug oder im Sommerurlaub.

Dass gesundes Essen ein brisantes und „großes Thema“ ist, meint auch Prof. Dr. Heike Bähre, Geschäftsführerin des Institus für Tourismus und Kommunikation. Spätestens seit der rot-grünen Regierung von 1998 bis 2005 sei das Interesse an bewusster, gesunder Ernährung gewachsen. „Heutzutage muss in Deutschland das Essen gesund sein“, sagt Bähre. Touristen, die nach Deutschland kommen, seien hingegen oft überrascht und sogar abgeneigt gegenüber der gesunden deutschen Kost. Seitdem Hotels durch die Vergabe von Sternen zertifiziert werden, erwarten Kunden auch gewisse Standards – gesunde Ernährung, aber auch die Garantie, dass auf Lebensmittelunverträglichkeiten Rücksicht genommen wird.

Aber nicht nur Eltern, auch Lehrer und Kinder sowie die Jugendlichen selbst achten vermehrt darauf, was sie auf den Teller bekommen. Klassenfahrten und –ausflüge werden immer häufiger an bewusster Ernährung „ausgerichtet“. In Schullandheimen wie dem ADS Schullandheim Ulsnis an der Schlei lernen junge, aber auch ältere Menschen Lebensmittel kennen, erfahren, wo diese herkommen und wie man sie verarbeiten kann. „Wir betreiben damit sozusagen eine Aufklärungskampagne“, erläutert Andreas Heiler, Leiter des Schullandheims.

Auch Jugendreiseveranstalter wie ruf Jugendreisen haben den Trend längst erkannt. Neben gluten- und laktosefreien Speisen und Getränken, so verspricht die ruf-Broschüre, werden auch zu jeder Mahlzeit vegetarische Gerichte angeboten. „Bei 250 Teilnehmern sind im Durchschnitt 10 Prozent Vegetarier“, sagt ein Koch bei ruf. Um die gesunde Ernährung zu unterstützen, bietet ruf bei Reisen unter anderem eine Vitaminbar an, an der jeder seinen eigenen Joghurt mit Obst mischen kann – frei nach dem Motto „Pimp My Joghurt“. Bei der Veranstaltung „Das ruf Verpflegungskonzept – Verköstigung“ auf der ITB konnte man sogar selber mal seinen eigenen Joghurt „pimpen“, allerdings keinen laktosefreien.

Aber kommt das gesunde Essen denn bei den Kindern und Jugendlichen überhaupt an? „Sicherlich achten ältere Kinder mehr auf gesunde Ernährung und essen bewusster als jüngere“, meint der ruf-Koch. Insgesamt werde das Essen jedoch gut angenommen, das bestätigen auch die Fragebögen, bei denen die Jugendlichen die Reisen im Nachhinein bewerten.

Doch obwohl die Nachfrage nach gesundem Essen immer mehr steigt, ist der Bedarf doch noch nicht so hoch, dass es sich schon im Preis niederschlägt. Somit ist gesundes Essen derzeit weder für Verbraucher noch für Unternehmen teurer.

Allgemein Ernährung ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Nachhaltigkeit Trends

Irgendwann war ich geerdet – Auf der Suche nach Erholung im Messetrubel

Im Salzburgerland gibt es kuschelige Kissen und Musik auf die Ohren. So konnte ich den Trubel mal kurz vergessen. Foto: Minou Wallesch

 

Alles ist schnell und laut. Stimmen, Schritte, Geschirr klirrt. Es rauscht und summt um mich herum, wenn ich durch die Hallen streife. Alles verschwimmt zu einer Suppe. Schwappt auf und ab, in mein Ohr und an mir vorbei. Auf der ITB plappert und klappert es an jeder Ecke. Doch auch hier gibt es Ruhe und Raum für Erholung. Ich muss sie nur finden.

Zielstrebig steuere ich die Wellnesshalle an.  In der kleinen Halle stehen ein paar Messestände im Kreis herum. Mein Weg zum Wellnessbereich war bunt. Die Messestände hatten Säulen und Bilder, es standen verkleidete Menschen herum und es gab viel zu entdecken. Hier dominiert die Farbe Weiß und die Stände sehen irgendwie ungeliebt aus. Nur „Panorama Morska“ bietet Wellness. Eine kostenlose Nackenmassage. Der Stuhl für die Massage steht allerdings zwischen einem Stehtisch und vielen Menschen. Als ich auf den Stuhl steige fühle ich mich beobachtet.  Während das Foto gemacht wird massiert mich Alexander Posmyk nicht. Er platziert nur seine Hände in meinem Nacken. Sanft liegen sie auf meinen Schultern. Ich bin immer noch verspannt.

Im „Raum der Stille“ rieselt die Musik leise aus einem Lautsprecher in der Ecke. Von draußen dringen vorbei eilende Schritte und ein monotones Brummen herein. Wahrscheinlich sind es die Autos auf dem Parkplatz. Die zwei Männer auf der anderen Seite des Raumes klappern dezent mit Plastikstäbchen in ihren Teebechern. Ihre Lippen bewegen sie fast lautlos. In der Ecke kniet ein Mann auf einem Gebetsteppich. Er blickt in Richtung Mekka und murmelt leise seine Gebete vor sich hin. Ich sitze ein bisschen auf meinem Holzstuhl und starre im Raum umher. Abwechselnd auf die Männer und den Teppich an der Wand. Stille finde ich hier nicht. Auch keine innere.

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In Polen stehe ich plötzlich vor einem wahren Wellnesstempel. Zu meiner Linken glänzt ein Fuß in Öl. Die dazugehörige Frau blickt zufrieden von ihrer Liege auf den Messetrubel. Ein leichter Duft nach Aromaölen hängt in der Luft. Es gibt Massagen aller Art: Egal ob Hand-, Rücken- oder Nackenverspannungen, an diesen Ständen wird alles gelöst.  Nur ein bisschen anstehen muss man dafür. Ein paar Vorhänge trennen die Liegen voneinander. Es gibt an jeder Ecke Tischchen mit Ölen und Blütenblättern darauf. Die Masseure kneten fleißig eine Hand nach der anderen.

Am Messestand von salzburgerland.com stehen Holzbänke mit dicken Kissen. Bequem gebettet gönne ich mir eine kleine Pause. Es gibt Brot, Käse, Trauben und Kopfhörer. Mit klassischer Musik auf den Ohren kann man sich auf einem Flachbildschirm hübsche Bilder von Salzburg anschauen. Durch die Musik hindurch höre ich nichts mehr dröhnen, plappern oder klirren. Mit den Augen auf dem Bildschirm sind auch die umherströmenden Messebesucher schnell vergessen. Ich versinke ein bisschen. Geige und Bläser wechseln sich ab. „Du willst was erleben“, sagen mir die Töne. Ich lege meine Ohren wieder frei.

Eigentlich ist Entspannung ganz einfach. Ich stehe im Fahrstuhl zwischen Medienzentrum und Presseraum und schließe die Augen. Es ist ein erhebendes Gefühl oder ein erdendes. Je nachdem was ich gerade brauche und in welche vertikale Richtung sich der Aufzug gerade bewegt. Stille. Ruhe. Auch innere.

ITB 2013 Kurztrips Topstories

Vereinsreisen in Konkurrenz zu kommerziellen Reiseanbietern

Vereine müssen sich um Ferienkinder bemühen. Alexandra Ehlers vom Landesjugendring Schleswig-Holstein berichtet, die Anmeldezahlen für Verbandsreisen seien in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen. Als einen Grund dafür sieht der Verband die Ganztagsschulen. „Kinder haben einfach immer weniger Zeit für die Mitgliedschaft in Sportvereinen“, erklärt Ehlers. Früher waren die Ferienlager von Sport- und Musikvereinen Selbstläufer. Heute bemühen sich die Verbände um Mitreisende. Für die Suche nach dem passenden Ferienprogramm hat der Landesjugendring Schleswig-Holstein deshalb das Internetportal www.ferienbörse-sh.de für Verbandsreisen gegründet. Über das Portal sollen die Eltern die gemeinnützigen Vereine wiederentdecken.

Eltern suchen ein passendes Ferienprogramm für ihre Kinder häufig online. Große kommerzielle Reiseanbieter haben dadurch Vorteile. Sie stehen bei Google weit oben. Entweder wegen bezahlter Anzeigen oder auf Grund von professionellem Online-Marketing. Sportvereine sind oft weniger  professionell im Internet unterwegs. Deshalb werden ihre Reiseangebote nicht so einfach gefunden. Das Internetportal www.ferienbörse-sh.de ist ein Beispiel dafür, wie  die Vereinsreisen im Internet präsenter gemacht werden.

Auch den demografischen Wandel spüren die Vereine. Es gibt bis zu fünfzehn Prozent weniger Kinder und Jugendliche im Reisealter als noch vor zehn Jahren. Alexandra Ehlers vom Landesjugendring Schleswig Holstein erinnert sich: „Zu meiner Zeit waren wir 100 auf einer Freizeit, heute fahren nur noch zwischen 60 und 80 Kinder mit.“ Neben diesem Punkt gibt es auch viele Eltern, die ihre Kinder mit kommerziellen Reiseanbietern wie RUF in die Ferien schicken, anstatt mit Sportvereinen. „Bei Kinder- und Jugendverbänden steckt immer eine Idee dahinter. Sie setzen auf Gemeinschaft, auf den Sport oder sind politisch engagiert. Bei RUF ist die Freizeit irgendwann vorbei und die Kinder sind wieder weg.“ Das könnten Eltern auch als Vorteil sehen, vermutet Ehlers. Es ist kein weiteres Engagement gefragt, wie es bei einem Verein der Fall wäre. Für Eltern zählen der Preis, der passende Zeitpunkt während der Ferien und die Qualität. Das erfüllen auch kommerzielle Reiseveranstalter. Wenn die drei Punkte erfüllt sind, suchen Eltern oft nicht weiter. Obwohl die Vereine  auch darüber hinaus etwas zu bieten haben: Soziales Engagement, feste Bezugspersonen über die Reise hinaus und regionale Verbundenheit.

Die Preise von Vereinsreisen und Reiseanbietern haben sich angeglichen. Was bei den Reiseanbietern fehlt ist allerdings die Förderung bedürftiger Kinder und Jugendlicher. Diese ist nur bei den gemeinnützigen Vereinen gegeben. Generell sehen Ehlers und Jensen Anbieter wie RUF nicht als tatsächliche Konkurrenz. Schließlich sei die Bindung an regionale Verbände viel größer. „Hier geht es um das Wir-Gefühl. Für viele Mitglieder ist die Freizeit das Highlight des Jahres. Und das besteht auch über die Reise hinaus weiter.“  Ein Viertel bis ein Drittel der Kinder und Jugendlichen werden nach einer Freizeit auch im Verein aktiv, schätzt Jensen. Er erklärt, dass die meisten Vereine aber nicht darauf aus seien, viel mehr Kinder als ihre eigenen Mitglieder mit in die Ferien zu nehmen. „Dieses finanzielle Potential sehen die meisten Verbände gar nicht.“

Wenig Konkurrenzdenken von RUF

Im Gegensatz zu den Vereinen haben die kommerziellen Jugendreiseveranstalter keine Probleme. Seit Jahren steigen die Zahlen der Reisenden. Beim Marktführer für Jugendreisen RUF waren es 2010 noch rund 70.000, zwei Jahre später schon 80.000 Kinder und Jugendliche. Inga Krusch, Pressesprecherin bei RUF, sieht eher ein Miteinander mit den Vereinen als eine starke Konkurrenz. „Wenn die klassischen Sportverbände eine Konkurrenz für uns sind, dann weil sie so Viele sind. Außerdem haben sie einfach eine jahrzehntelange Tradition.“ Die Vorteile der großen Reiseveranstalter sind ihre flächendeckenden Angebote. Die Zielgruppe ist größer, weil sie nicht auf eine Region beschränkt ist. Überraschenderweise gibt es auch bei RUF eine langjährige Bindung. Alleine bei den unter 20 Jährigen gibt es einige, die schon zehn Mal und mehr mitgefahren sind. Auch hier haben sich also die kommerziellen Reiseveranstalter an die Vereine angeglichen.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen

Tourismus – Chance oder Feigenblatt für Aserbaidschan?

Menschenrechte werden unter den Teppich gekehrt

 

Dieses Jahr ist Aserbaidschan als offizieller Kulturpartner mit besonders vielen Angeboten auf der ITB vertreten.

Es wirbt mit Bildern von der unberührten Natur des kaspischen Kaukasus, der Tradition der Teppichwebekunst und der Millionenmentropole Baku. An dem Stand des Kultur- und Tourismusministeriums erfährt man, dass Aserbaidschan eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt hat.
Was man hier nicht erfährt: 2013 landet das Land in der Rangliste für Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen auf Platz 156, hinter Ländern wie Afghanistan oder dem Irak. Auch von der hohen Arbeitslosigkeit, die insbesondere junge Leute betrifft, ist hier auf der Messe nichts zu hören. Der Kultur- und Tourismusminister Abulfas Garayev betont: „Our country is open.“ Die Reaktion von Marie von Möllendorf, der Fachreferentin von Amnesty International für Zentralasien: „Gegenüber ihren Kritikern zeigt sich die aserbaidschanische Regierung ganz und gar nicht offen und tolerant. Vielmehr lässt sie weiterhin Demonstrationen brutal niederschlagen oder von vorneherein verbieten“. So geschehen bei Protesten im Januar. Tausende größtenteils junge Menschen wendeten sich gegen die korrupten Strukturen des ölreichen Landes, das für sie nur Arbeits- und Perspektivlosigkeit bereithält.

Mit Wachstumsraten von über 10% und einem Anstieg der Touristinnen und Touristen von 450.000 auf 2.5 Millionen in den vergangenen Jahren boomt der Tourismussektor in Aserbaidschan.
Über tausend Ausbildungsplätze wurden laut Kulturministerium in diesem Bereich geschaffen. Dies könnte einen Ausweg aus der Perpsektivlosigkeit bedeuten.

Allgemein Fernreisen ITB 2013

Das spielende Geschäft – wie einfach ist es, Besucher an den Stand zu locken?

Romina im Seilgarten von Globetrotter; Foto von: Pia-Maria Schäfer

Romina Berni ist als nächste an der Reihe. Sie trägt einen Helm zur Sicherheit und schaut die Leiter hoch. „Es ist schon ein ziemlicher Nervenkitzel“, sagt sie und steht kurz danach lächelnd auf dem Seil. Von dort aus geht es, auf wackeligen Beinen, einmal im Viereck um den Stand von Globetrotter. Wieder unten angekommen und nach dem Ablegen der Sicherung und des Helms erzählt sie begeistert: „Es war super und es hat echt gut geklappt.“

Für die zukünftige Bürokauffrau ein Erlebnis und für die Firma Globetrotter ein Erfolg. Der Seilparcour kommt nicht nur bei Romina gut an, sondern auch bei vielen anderen Besuchern. Günther Hoffmann, Geschäftsführer der Globetrotter Akademie meint: „Ein kleiner Stand nur mit Heften reizt dazu, vorbei zu gehen. Jede Aktivität, sei es ein Seilgarten  oder eine Kleinigkeit, wo man aktiv werden kann, ist ein Eyecatcher.“

Auf der ITB Berlin versuchen jeden Tag rund 10.000 Aussteller aus 180 Ländern Geschäfte zu machen. Doch wie lockt man potenzielle Geschäftskunden am besten an? Wie macht man auf sich aufmerksam?

Zwei Gänge neben Globetrotter ist alles gelb und schwarz. Wer hier an Fußball denkt ist falsch. Das gelbe Auto und die großen Pappschilder gehören zum ADAC- Stand. Fabian Balon steigt nach dem simulierten Autounfall mit Überschlag lächelnd aus dem Wagen aus. Es stehen viele Besucher der Messe um das Auto und haben ihm zu geschaut. Fabian erzählt: „Es war relativ lustig. Es geht ein bisschen auf den Kopf, denn wenn man kopfüber ist, fließt das Blut in den Kopf. Wenn man minutenlang so bleibt, bekommt man Kopfschmerzen. Aber es ist mal ´ne Erfahrung.“

Mit der Simulation lockt der ADAC viele Zuschauer an, und diejenigen, die eingestiegen sind, bleiben gerne noch am Stand stehen und reden über das Erlebte. Und schon geht es weiter. Neue Interessierte wollen einsteigen. Die Simulation läuft den ganzen Tag, noch bis Sonntag ist die Tourismusmesse offen. Das Auto wird im Dauereinsatz sein.

Ein kurzes Stück den Gang hoch gibt es ein weiteres Beispiel für erfolgreiches Anwerben: der Jugendhof Knivsberg. Eigentlich ein unscheinbarer Stand, wäre da nicht das Spiel Jakkolo. Das aus Holz bestehende Spiel lädt zum Mitmachen und Zugucken ein. Ein Spieler kickt die kleinen Scheiben in Lücken mit verschiedenen Punkten. Zum Schluss wird gezählt und aufgeschrieben. Am Ende des Tages wird der beste Spieler benachrichtigt und gewinnt eine viertägige Reise des Veranstalters.

Heiko Frost, Organisator des Standes sagt: „Es ist ganz wichtig, einen Magneten zu haben, damit man Leute einbinden kann und Spaß vermittelt. Dadurch hat man die Chance, dass die Leute stehen bleiben und Fragen stellen. Nur so kann man im Prinzip etwas verkaufen.“

Also alles ganz einfach: Interaktionen anbieten, die Spaß machen, und dann verkaufen. So sieht er aus: der Weg zum Erfolg.

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Allgemein ITB 2013 Trends

Sozial verantwortlich reisen – aber wie?

Centre for Community Tourism in the Amazon; Foto: Madeleine Hofmann 

Wer in fremde Länder reist, erlebt häufig einen Kulturschock. Nicht nur ist man einem ganz neuen Klima ausgesetzt, auch Sprache und Lebensgewohnheiten der Einheimischen wirken oft erst einmal befremdlich. Mehr über die fremde Kultur und die Traditionen des Urlaubslandes kann der Reisende lernen, wenn er sich einen Reiseveranstalter sucht, der Touren und Aktivitäten mit Einheimischen organisiert. Die Entscheidung für ein Programm fällt bei der großen Auswahl an Reiseangeboten jedoch oft schwer.

Gleich mehrere Möglichkeiten, mit der brasilianischen Bevölkerung in Kontakt zu treten bietet das „Centre for Community Tourism in the Amazon“ (CCTA). Dieses, von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geförderte Projekt verspricht „gemeindebasierten Tourismus“. In der Niederlassung des CCTA in der Stadt Manaus können Touristen Übernachtungen im Amazonasgebiet buchen – zum Beispiel in voll ausgestatteten Holzhütten oder auf einem am Flussufer ankernden Schiff. Wer mag, kann den Einheimischen auch bei der traditionellen Herstellung von Kunstgegenständen über die Schulter schauen oder mit ihnen gemeinsam Bootstouren unternehmen. CCTA legt besonders Wert darauf, dass die Gemeinden ihre Projekte selbst auf die Beine gestellt haben und übernimmt lediglich die Rolle desVermittlers zwischen Kunde und Anbieter. Ziel des Projektes ist es, die Entwicklung dieser regionalen Tourismusprojekte anzutreiben und den Beteiligten vor Ort auch Know-how im Bereich Marketing zu vermitteln. „Alle finanziellen Mittel, die von Touristen gezahlt werden, bleiben in der Gemeinde“, berichtet Dirk Henker, der das Projekt als Abgesandter der GIZ unterstützt. „Wir sind ein auf NGOs gestütztes Projekt“.

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Anders ist das bei Anbietern wie „Socialtours“ aus Nepal oder „The Blue Yonder“ aus Indien. Auch hier kann man in Gemeinden übernachten und Workshops zum Beispiel im Töpfern oder Kochen mit Einheimischen belegen. Die Projekte sind allerdings nicht aus einer Idee von Einheimischen entstanden, sondern auf Nachfrage durch die Agenturen. Diese möchten mit ihren Angeboten kulturelle Schätze erhalten. „Manche Traditionen würden einfach aussterben, wenn wir den Einheimischen durch den Tourismus kein neues Standbein bieten würden“, erklärt Anne Zummach von „The Blue Yonder“. Die Gemeinden bekommen etwa ein Drittel von den Gebühren, die Touristen für die Touren zahlen.

Beim Stöbern in all diesen Angeboten darf man nicht vergessen, dass der Kontakt mit der Bevölkerung im Reiseland immer zwei Seiten hat. Für Europäer ist es wichtig, Einblicke in fremde Kulturen zu bekommen. Gleichzeitig dürfen die im Reiseland bestehenden Sozialsysteme aber nicht zu sehr beeinflusst werden. Als Besucher sollte man deshalb immer sicherstellen, dass die Gemeindemitglieder mit dem Besuch der Touristen einverstanden sind und über die Häufigkeit und Dauer selbst bestimmen können. „Häufig wird die Tradition in ländlichen Gegenden durch den Tourismus erhalten“, erklärt Adina Panicke von Tourism Watch. „Der Tourismus ist ein wichtiger Arbeitssektor, ohne den die Jugendlichen abwandern würden.“ Damit der Ausflug in die fremde Kultur sozialverträglich ist, sollte ein langfristiger Nutzen der Einheimischen gewährleistet sein. Adina Panicke rät dazu, sich vor der Reise gut zu informieren: „Eine Möglichkeit die Sozialverträglichkeit sicherzustellen ist, sich einen für sozialverträgliches Reisen zertifizierten Veranstalter zu suchen.“

Allgemein Fernreisen ITB 2013 Nachhaltigkeit Trends

Per Mausklick auf die Piste – Snowbon.com bietet vergünstigte Skipässe via Internet

Auf der ITB informiert Stefan Senft viele Kunden und Besucher über das neue Portal Snowbon.com. (Foto: Anna Munkler)

Skifahren ist teuer. Einen großen Anteil daran hat meist der Skipass. Über hohe Skipass-Preise haben sich auch Tim Huonker und Stefan Senft geärgert. Besonders darüber, dass sie immer gleich teuer sind. „Manchmal sind die Skigebiete leer und manchmal voll, manchmal ist der Schnee schlecht und manchmal gut und trotzdem kostet das Skifahren immer gleich viel“, kritisiert Stefan Senft. Im Frühjahr 2012 haben die beiden Studienfreunde deshalb  die  Agentur „Snow&Alps“ gegründet. Auf ihrer Internet-Plattform „Snowbon.com“ bieten sie teils stark vergünstigte Skipässe. Seit November können Kunden dort Skipässe kaufen und dabei Rabatte von bis zu 70 Prozent bekommen.

Bereits während ihres Studiums in Maastricht hätten Tim Huonker und er  gemeinsam gearbeitet, berichtet Stefan Senft. Dann sei Huonker als Unternehmensberater tätig gewesen, er selbst habe mehrere Praktika gemacht und als Skilehrer in Deutschland und Japan gearbeitet. In München hätten sie sich wieder getroffen und Tim Huonker habe ihm von einer Skipass-Plattform in den USA erzählt. Weil dieses  Konzept auch in Europa bezahlbaren Skitourismus ermöglichen  könnte, gründeten die beiden 27-Jährigen ihre Firma, für die sie mittlerweile hauptberuflich arbeiten.

Mit ihr haben sie  gleich den Sprungbrett-Preis des Verbandes Internet Reisevertrieb gewonnen.  Zum Gewinn gehört neben einem Geldpreis und Unterstützung in der PR-Arbeit auch die Finanzierung eines Standes auf der ITB. Ein großes Plakat mit einem Skifahrer im Pulverschnee hängt an der Wand, die dem jungen Unternehmen zugeteilt wurde. Ab und zu klappt die eine Hälfte herunter. „Das muss ich schnell richten“, sagt Stefan Senft, grinst verlegen und fügt hinzu: „Wir wussten nicht, dass wir so eine Plastikwand haben, an der das nicht hält.“ Abgesehen von dem nicht klebenden Plakat wirkt der Stand von Snowbon.com professionell. Kleine Eiskratzer und Süßigkeiten liegen als Werbegeschenke bereit. Sogar eine eigene Pressesprecherin leisten sich die jungen Firmenchefs. Muriel van der Linden  informiert am Stand über Snowbon.com, während Senft und Huonker Gespräche mit potentiellen Partnern führen. Ein bestimmtes Klientel gebe es bisher nicht, sagt van der Linden, doch erstaunlicherweise buchten besonders viele Familien über die Plattform. „Dabei war die Seite ursprünglich für Jugendliche und junge Erwachsene gedacht.“ Stefan Senft fällt ein anderes Detail auf, mit dem keiner gerechnet hatte: „Bei uns buchen viele Familien den Skipass, bevor sie sich überhaupt um eine Unterkunft kümmern.“ Ein Zeichen mehr dafür, dass der Preis des Skipasses eine Rolle spielt.

Derzeit sind es 51 Skigebiete in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz, die Pässe über Snowbon.com verkaufen. Sie haben damit eine Werbeplattform im Internet und können auch an auslastungsschwächeren Tagen Karten verkaufen.  An den ITB-Ständen bayerischer Skiregionen kennt jedoch noch keiner Snowbon. Maximilian Hillmeier, Kurdirektor des Allgäuer Ortes Bad Hindelang, fragt zum Beispiel zweimal nach, wie das Portal heißt. Davon habe er noch nie gehört.

Stefan Senft wundert es nicht, dass die für einzelne Regionen zuständigen Fachleute seine Firma nicht kennen: „Die sind gar nicht unsere Zielgruppe.“ Tim Huonker und er  seien vor allem auf der Messe, um sich mit Reiseveranstaltern, Urlaubsportalen und Touranbietern zu vernetzen. „Wir könnten deren Angebote um Skipässe on demand erweitern“, sagt er. Das bedeute, dass Reisende selbst entscheiden könnten, für wie viele Tage sie Skipässe brauchen und nicht das übliche Pauschalangebot vorgelegt bekommen. Für die Zukunft planten sie vor allem weitere Kooperationsangebote, sagt Stefan Senft: „Wir wollen verschiedene Zielgruppen ansprechen, die Familien über Hausfrauenmagazine, die jungen und jung gebliebenen Leute über Apps und Bonusprogramme und alle über Pakete inklusive Skiverleih.“

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Skireisen Trends

Wie überlebt man einen Langstreckenflug?

Nackenkissen? Check! Mit diesen Tricks wird ein Langstreckenflug nicht zur Qual. Foto: Simon Isenberg

Das Hotel ist gebucht, der Koffer ist gepackt, die Ferien können losgehen – wär da nicht noch dieser zwölf Stunden lange Flug dazwischen! Wie bringt man einen Langstreckenflug am besten hinter sich? Ein paar Vielflieger geben Tipps.

Damit die Zeit im Flieger wie im Fluge vergeht, lohnt es sich schon früh mit den Vorbereitungen zu beginnen. Wer schon einige Wochen vor dem Flug viel Obst und Gemüse isst, versorgt seinen Körper mit wichtigen Nährstoffen.
Doch wer denkt schon gerne im voraus an eine stundenlange Reise im Flieger? Natürlich kann man auch vor Ort noch ein bisschen nachhelfen. Direkt vor dem Flieger empfiehlt es sich, nur leichtes Essen zu sich zu nehmen. Im Handgepäck sollten immer ein paar Snacks griffbereit liegen, um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen.

Reisebloggerin Yvonne Zagermann, deren Reiselust sie mehrmals pro Jahr um die Welt fliegen lässt, rät: „Ohne Nackenkissen geht gar nichts! Auch Stützstrümpfe habe ich immer dabei. Je nach dem, ob man lieber im Gang oder am Fenster sitzt, sollte man unbedingt davor reservieren. Nichts ist schlimmer, als in der Mitte zu sitzen. Auf meiner Südafrikareise, von der ich kürzlich zurückgekommen bin, habe ich mir eine Schlaftablette eingeworfen. Sehr empfehlenswert!“. Zu empfehlen ist auch ein kleines Handtuch, Zahnbürste, Deodorant mit dabei zu haben, damit man sich auf der Toilette frisch machen kann. Dabei kann man auch gleich Feuchtigkeitscreme gegen die trockene Luft auftragen.

Alexandra Heinrich von germanwings empfiehlt: „Wegen meinen Ohrenproblemen versuche ich ganz oft zu gähnen“. Dagegen helfen auch Zitronenbonbons, da diese zu häufigem Schlucken zwingen und so kein Druck auf die Ohren gelangt. „Ich brauche nur eines bei langen Flügen: mein iPad mini mit guten Filmen und Musik. Dazu natürlich noch etwa 35 Akkus!“, meint die Reisebloggerin Heike Kaufhold.

Wer mal eine Filmpause braucht, kann einen Rundgang an Bord starten. Mit einigen Übungen können die versteiften Muskeln wieder gelockert werden und der Kreislauf kommt wieder in Schwung. Bequeme und lockere Kleidung gehören auf jeden Fall ins Gepäck. Wenn man vom kalten Deutschland in den Sommer flüchtet, sollte man an den Schichtenlook denken: während hier noch Minusgrade herrschen und ein dicker Pullover zur Tagesordnung gehört, möchte man den in der Karibik so schnell wie möglich ablegen.

Wer jetzt noch viel trinkt und eine Schlafmaske sowie Ohropax einpackt, wird wie auf Wolken reisen!

Fernreisen ITB 2013

Interview gesucht

Zwischen Strand und Messe ist da noch der Präsident

„Hugo Chavez ist tot“. Diese Radionachricht ließ mich heute morgen auf meinem Weg zur ITB aufhorchen. Ich hatte sofort das Gefühl, dass dies das perfekte Thema für meinen ersten young press-Artikel ist:
„Ich werde eine Interview mit einer Venezolanerin oder einem Venezolaner führen.“ Hat zwar nicht viel mit Reisen zu tun, aber ich finde es neu, wichtig und überaus interessant (diese drei Merkmale braucht ein guter Beitrag, wie ich gestern gelernt habe). Der venezolanische Präsident Chavez war eben kein gewöhnlicher Politiker, sondern seit über fünfzehn Jahren trotz Putschversuchen und Generalstreiks im Amt. Er versprach, das Land auf den „Pfad des Sozialismus des neuen Jahrhunderts“ zu führen, er war der Commandante.

Nachdem ich in unserem Büro den Wikipedia-Artikel über Hugo Chavez durchgeackert habe und gefühlt hundert Google-News durchgegangen bin,  mache ich mich auf den Weg in Halle 3.1, wo der venezolanische Stand zu finden ist.
Wie finde ich jetzt einen Interviewpartner oder eine Interviewpartnerin? Nachdem ich meine Schüchternheit überwunden habe, frage ich einen wichtig aussehenden Businessmenschen. Er verspricht mir, dass ich in wenigen Minuten jemanden mit meinen Fragen bombardieren kann.
Während mich leichtbekleidete Frauen und Männer von den großen Propagandabildern her anlachen und in ihr Paradies hineinziehen wollen, gehe ich im Kopf noch einmal meine Fragen durch: Wie haben sie vom Tod erfahren? Was war ihre erste Reaktion? Glauben sie, dass sich jetzt viel in ihrem Leben ändern wird? Ich erinnere mich daran, offene Fragen zu stellen, damit ich Platz für die Geschichten der oder des Interviewten lasse.

Doch ich werde enttäuscht. Als ich der jungen Frau, auf die ich gewartet habe, mein Anliegen schildere, schreckt sie kurz zurück und blockt dann mit einem unsicheren Lächeln ab. Sie könne leider kein Interview geben, sie sei nur Repräsentantin des Landes. Außerdem sei der zuständige offizielle Vertreter direkt nach der Nachricht von Chavez´ Tod zurück nach Venezuela geflogen.
Ich muss umdisponieren.
Wie kann ich daraus jetzt noch einen Artikel machen, damit ich nachher um 17 Uhr nicht mit leeren Händen dastehe?
Ich versuche sie in ein Gespräch zu verwickeln, indem ich nach anderen Dinge frage. Das klappt auch ganz gut und ich stelle einfach während dieses Gespräches meine vorbereiteten Fragen, nur ohne Aufnahmegerät.  Sie durchschaut meine Taktik des versteckten Interviews aber schnell und will das Gespräch beenden. Als Ausgleich verspricht sie, mir eine Pressemitteilung zu schicken, in der Länder wie Kuba oder Bolivien ihre Trauer um den Tod des Präsidenten ausdrücken.
Das reicht mir aber nicht und ich hake weiter nach.  Mehr als vage Andeutungen, dass es für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sie natürlich ein Schock gewesen sei, aber die offizielle Anweisung laute, die Arbeit fortzusetzen, kriege ich nicht aus ihr heraus. Relativ schnell ist das Gespräch dann doch beendet.
Als sie mich dann auch noch bittet, ihren Namen nicht zu nennen, kommen Fragen in mir auf. Erlebe ich hier gerade live mit, wie in Venezuela mit Meinungsfreiheit umgegangen wird? Oder ist diese Situation nur der Unsicherheit der Venezolanerin geschuldet?
Ich nehme auf jeden Fall den Eindruck mit, dass ihr die Situation äußerst unangenehm war. Bestimmt wird mich dieses Erlebnis an den verbleibenden Messetagen weiter beschäftigen. Interessant fände ich es, einmal mit einem venezolanischen Journalisten über diese Geschichte und die Lage im Land zu sprechen. Vielleicht klappt das ja noch auf der ITB.

Allgemein Interview ITB 2013

Kurzurlaub auf der ITB

Zu Fuß nach Lateinamerika – Wie man auf der ITB Kurzurlaub machen kann

Für Menschen wie mich, die unter chronischem Fernweh leiden ist die ITB Fluch und Segen zugleich. Einmal durch die Hallen gestreift, wächst in mir die Sehnsucht nach der Ferne mit jedem Schritt. Vor meinem inneren Auge buche ich mich bereits an den nächsten Traumstrand. Aber warum Geld ausgeben wenn die Welt hier zum Greifen nahe ist? Lateinamerika ist mein altes Laster – zu finden in Halle 1.1. Auf dem Weg dorthin versetze ich mich bereits in den Travelmodus.

Ich starte auf den Rolltreppen in Halle 6.3. Flughafenatmosphäre – check. Auf jeder Etage wartet am Ende der Treppe eine Frau mit Empfangsschild. Wie am Flughafen. Rollkoffer und Multikulti tragen ebenfalls zur richtigen Stimmung bei. Mir begegnen auf meinem Gang Richtung Süden Menschen mit verschiedenstem ethnischen Hintergrund. Es überwiegt allerdings der Modetrend Jackett und Bluse, auch die Umhängeschilder, die ein jeder um den Hals trägt, trügen meine Gedankenreise in Richtung Lateinamerika.

Ich betrete Halle 1.1 – nein stopp, ich betrete den lateinamerikanischen Kontinent. Ich steuere auf Bolivien zu und vergesse das Rechts und Links und konzentriere mich ganz auf meinen Gesprächspartner, in dessen Kultur ich eintauchen möchte. Ich reise in der Landessprache Spanisch. Mein Gegenüber und ich verfallen in ein interessantes Gespräch über die mit Getreide gefüllten Porzellanschalen auf dem Tresen vor uns. „Quinua“ gibt es in drei Farben und ist eine der wichtigsten Nahrungsgrundlagen in Bolivien.

Esther von der bolivianischen Tanzgruppe hat sich zu uns gesellt und ihr Anblick – sie trägt eine bolivische Tracht – schafft den Rahmen. Sie hat lange in Bolivien gelebt und ist Mitglied einer Tanzschule, die von den Standbetreibern angefragt wurde, das kulturelle Flair zu schaffen. In Bolivien fehlt mir noch der Zauber. Ich linse nach Brasilien. Das ist das Großartige auf der imaginären Weltreise auf der ITB – nur wenige Schritte und eine neue Welt offenbart sich.

Auf der Brasilienfläche wechselt nicht nur die Sprache, im Grunde springe ich auch in die Zukunft, denn hier stehen bereits alle Zeichen auf 2014. Fußballfieber treibt die Tourismusbranche an. Ich mache mich auf die Suche nach Impressionen und lande bei Nüssen und Kaffee. So langsam wird es was mit der Sinnesreise. Augen, Nase, Mund und Ohren sind jetzt auf kulturellen Abwegen.

Weiterreise in Paraguay bei „Aristocrata“ – ein köstliches Gemisch aus Guavensaft, Kondensmich und Rum. Alkohol am Mittag, warum nicht, ich bin ja schließlich auf Urlaubsreise. Angepriesen von Alexandra aus Asunción, die eine bezaubernde „Traje tipico de Aruna“ – die typische Landestracht – trägt, lasse ich mich hinreißen.

Um die Ecke treffe ich Tania Perez. Sie fertigt ecuadorianische Sombreros an. Ganz verloren habe ich mich dann nebenan in Kolumbien. Ich fahre Fahrrad durch den Tayorana Nationalpark und besuche im Anschluss das „Museo del Oro“ (Goldmuseum). Auch eine Salsastunde lasse ich mir nicht entgehen. Multimedia macht es möglich. Radeln vor riesigem Bildschirm und Tanzstunde á la  Spielkonsole. Sightseeing trifft Action. Kolumbien hat überzeugt. Und bei abschließendem Kaffee frage ich mich, welche Sinneseindrücke ich vermisse.

Wärme und Strand fehlen. Ich beschließe in die Karibik zu wechseln. Der Transit zwischen den Kontinenten wird durch die Verbindungswege zwischen den Hallen verkörpert. In verlasse Lateinamerika.

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Strand suche ich vergeblich, treffe aber in der Dominikanischen Republik auf einheimisches Handwerk. Hier werden Porzellanpüppchen und Zigarren ad hoc hergestellt. Die Mitarbeiter am Stand begrüßen meine Neugier sehr, schließlich ist man stolz auf seine Kultur und man schenkt mir eine der frisch gerollten Zigarren. Diese landet in meiner mitgebrachten Tasche aus Kolumbien.

Im grünen Urwald von Costa Rica gönne ich mir einen letzten Kaffee. Mit Koffeinüberdosis verlasse ich den Kontinent und begebe mich zurück nach Berlin, also zurück ins Pressezentrum. Satt vom Essen und den Eindrücken Lateinamerikas, nur braun geworden bin ich auf meiner bunten Weltreise durch die Hallen leider nicht.

Allgemein Fernreisen ITB 2013 Topstories Trends

Der Trend zum Nichttrend

Jugendreiseveranstalter setzen in diesem Jahr auf Altbewährtes, die Kids auf Mitbestimmung

Die Jugendreiseveranstalter sind sich einig: Abenteuerurlaub ist bei Teenagern sehr beliebt und läuft gut. Eltern und Lehrer wünschen sich, dass der Nachwuchs kulturell und sprachlich im Urlaub etwas dazulernt. Die Teenager wollen vor allem eins: Spaß! Wenig überraschend, kaum was Neues auf der Messe für die jungen Kunden.

Generator Hostel zum Beispiel ist auf diese Zielgruppe spezialisiert: Die Kundenansprache ist modern,  das Design ist hip. Über soziale Medien wie Facebook und Twitter sind sie im ständigen Kontakt mit den jungen Erwachsenen. Das war aber auch schon im letzten Jahr so. Trotz des direkten Drahts bleibt die Antwort nach Trends vage. „Die Gäste machen meistens das gleiche: Hauptattraktionen und ein paar Insidertipps reichen“, berichtet ein Mitarbeiter Schulter zuckend. Nur eins fällt ihm auf: Dass die Jugendlichen sich unabhängig in das Abenteuer stürzen wollen. Das Geschäft mit den Freiheitsliebenden wächst für die Hostels seit Jahren.

Sind also Individualreisen der neue Trend? Das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen sieht das anders. Alleine elf Millionen Kinder und Jugendliche nahmen im vergangenen Jahr an organisierte Gruppenreisen teil. Vielleicht wurde für die Jugendlichen schon das passende Urlaubsrezept gefunden. Manfred Fuss vom Bundesforum Kinder und Jugendreisen kann sich das vorstellen. Er ist überzeugt, dass die Jugendlichen heute genauso begeisterungsfähig seien wie vor einigen Jahren. Er unterstreicht aber auch noch einmal, wie wichtig die Unabhängigkeit für die Jugendlichen sei. Sie wollen ihre Reise selbst mit planen, ihren Leidenschaften nachgehen. Manfred Fuss hat das Gefühl, dass die Teenager heute selbstbewusster sind. Daher können sie mehr fordern.

Ganz neue Entwicklungen haben die Jugendreiseveranstalter in den vergangenen Jahren nicht gefunden. Bei den Erwachsenen wird das Wohlergehen immer wichtiger. Hier gibt es einen ganz klaren Trend in Richtung Gesundheitstourismus. Es gibt durchaus auch Eltern, die Jugendreisen mit Sport und Stressregulierung für ihren Nachwuchs suchen. Der klassische Gesundheitstourismus spielt in dieser Altersgruppe allerdings immer noch keine Rolle.

Allgemein ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Kurztrips Trends

Von den (Groß-) Eltern gebucht – Reiseveranstalter werben um Eltern und Kinder gleichermassen

Kinder und Jugendliche bieten ein großes Potential für Reiseveranstalter. Schließlich haben sie viel mehr Ferien als ihre Eltern. Doch sind diese immer noch der wichtigste Ansprechpartner, denn nur sie können die Reisen buchen. Deshalb fahren die meisten Reiseanbieter zweigleisig: Sie versuchen Eltern und Kinder parallel für ihr Angebot zu begeistern.

Der Sprachreiseanbieter „Oskar lernt Englisch“ setzt auf das Internet und Feste, um Kinder- und Jugendlichen auf sich aufmerksam zu machen. Sie haben einen Facebook-Account und sind bei Twitter aktiv. In den Social Networks starten sie häufig Mitmachaktionen, um Kinder- und Jugendliche für ihre Angebote zu gewinnen. Zum Beispiel können die Kinder auf Fotos nach dem Maskottchen Oskar suchen.  Ihre aktuelle Aktion ist allerdings offline: Aus dem Flyer können die Kinder ein Schiffchen falten. Damit setzen sie auch bei den Jüngeren in Klasse eins bis drei an. „Die Eltern freuen sich, wenn auch schon ihre Kleinen Englisch lernen können“, erklärt Mathias Metzner, Campkoordinator. Um mit ihrer Zielgruppe in Kontakt zu treten organisiert „Oskar-lernt-Englisch“ Projektwochen an Schulen und ist auf Kinderfesten präsent. Sie stehen ständig und direkt mit der Zielgruppe in Kontakt. Der Weg zur Reise mit „Oskar lernt Englisch“ führe dennoch vor allem über die Lehrer und Eltern. Hier erfolgt der Kontakt weniger spielerisch wie bei den Kindern, sondern über Flyer, den Internetauftritt und über die Schulen.

Im Bereich der Jugendherbergen sind die Großeltern immer öfter die treibende Kraft für die Reise. Markus Hirschberg vom Deutschen Jugendherbergswerk Berlin-Brandenburg erkennt in den letzten Jahren den Trend zu Familienreisen mit der Jugendherberge als Unterkunft. Auch die Großeltern werden hier immer aktiver. Sie wollen gerne Urlaub mit ihren Enkeln machen. „In den Jugendherbergen müssen sie sich keine Gedanken über umgekippte Tassen machen. Das ist viel unkomplizierter als im Hotel“, erklärt Hirschberg. Die Großeltern ständen an zweiter Stelle, nach den Eltern, wenn es um die Herbergsbuchung geht. Die Lehrer machen den dritten Platz. Das Bewusstsein, dass Jugendherbergen sich auch für den Privaturlaub eignen ist in den letzten sechs Jahren gestiegen. „Das freut uns sehr“,  sagt Hirschberg. Die Information über die Unterkünfte erfolge primär online. Gebucht würde allerdings immer noch häufig über das Telefon. Doch auch die Internetbuchungen nehmen zu. In Brandenburg gibt es die Möglichkeit, den Aufenthalt in den Jugendherbergen online zu buchen, allerdings erst seit 2012.

Online buchen liegt im Trend

Der Trend zur Onlinebuchung ist auch insgesamt zu erkennen. Das ergeben die Erhebungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Von 2011 auf 2012 stieg die Zahl der über das Internet gebuchten Reisen um sechs Millionen.  Mehr als ein Drittel der Familienreisen werden schon online gebucht. Damit sind Onlinebuchung, Reisebüro und Katalog fast gleichauf. Auch die Buchung über Smartphones wird immer wichtiger. Die GfK geht davon aus, dass Buchungsapps in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen werden.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Kurztrips Trends

Camping deluxe – auch Jugendliche haben Ansprüche

Wer „zelten“ hört, denkt zuerst an einen Campingplatz. Man baut sein Zelt auf, bringt eigene Schlafsachen mit und schläft zwischen Taschen auf einer unbequemen Iso-Matte. Aber offenbar ist das selbst für Jugendliche nicht mehr genug. Auf der ITB finden sich neue Trends zum Thema Camping, die nur noch wenig mit Zeltlagern zu tun haben.

ruf-Reisen bietet den Jugendlichen „Deluxezelte“ mit einem Standard wie Zuhause im Kinderzimmer. Ein richtiges Bett, ein Schrank, sogar auf Licht und Strom müssen die Jugendlichen nicht mehr verzichten. Selbst aufrecht stehen ist möglich. Zudem hat jeder seinen eigenen Schlafbereich mit Vorhängen. „Nur noch der Schlafsack erinnert ans Zelten“, darauf legt Nico Kroll, Reiseleiter bei ruf-Reisen wert. Der Trend zum Zeltreisen mit Komfort, sogenanntes „Glamping“ (con glamour und camping) ist nicht nur ein Kindertrend, das bestätigt auch ein Mitarbeiter des Reisebüros berliner klub Tourist, die Reisen in allen Bereichen anbieten.

Andere Anbieter, wie Camp Adventure setzen auf spezielle Outdoor-Programme, wie „Adventure Camp“, „Beach Camp“ oder „Sport Camp“. Auch hier ist der Trend: Es muss außergewöhnlich sein. Und sei es außergewöhnlich spartanisch oder abenteuerlich. Das „Adventure Camp“ bietet Wanderungen mit Zelten in der Wildnis, eben mit Iso-Matte, wo die Jugendlichen so weit wie möglich auf sich selbst gestellt sind. Es gibt aber auch Angebote zum altbewährten Zeltlager, wie in Marburg, wo in weißen Zeltlagerzelten geschlafen wird.

ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen Kurztrips Trends

Wie oft verlaufe ich mich? – Unterwegs im Messedschungel

Wo geht’s denn bloss hin? Orientierungslos auf der Messe. Foto: Sara Bagladi

Mein Standort: Las Vegas. Mein Ziel: Uganda. Wie oft verliere ich mich an meinem ersten Tag auf der Messe?

Im Labyrinth der ITB ist es gar nicht so leicht, sich zurecht zu finden. Jeder, den ich frage, hat sich bestimmt schon einmal in dem Wirrwarr der Hallen und Stände verloren. Ich stelle meinen Schrittzähler auf 0 und stürze mich in die riesigen Räume voller Menschen, fremden Gerüchen und Ständen mit Informationen über fast alle Länder der Erde.

Prompt biege ich auch schon falsch ab – statt, wie angenommen in der Karibik, finde ich mich plötzlich in Brasilien wieder, wo leichtbekleidete Frauen mit Federschmuck auf dem Kopf an ihren Stand locken wollen. Meinem Messeplan entnehme ich, dass ich einen Stock nach oben sollte, doch wo verflixt finde ich die Rolltreppe? Ich durchquere die Halle und versuche mich nicht von dem verlockendem Duft der Brüsseler Waffeln ablenken zu lassen. Die ersten der insgesamt sieben Hallen liegen hinter mir. Alessia, eine italienische Reiseberaterin, die mir über den Weg läuft, verrät mir, dass es ihr ähnlich geht: „So eine Konstruktion habe ich noch nie gesehen! Es ist unmöglich sich hier zurecht zu finden.“

Weiter geht’s nach Jemen. Nach Plan muss ich nur noch zwei Hallen durchqueren, bis ich an mein Ziel gelange. Gerne würde ich noch ein bisschen länger zuschauen, wie der Handrücken einer Frau mit Henna Tattoos verziert wird, doch die Zeit drängt. „Ich verlauf’ mich mindestens einmal pro Stunde. Mittlerweile geht’s aber immer besser“, meint die Reisebloggerin Yvonne Zagermann, die heute von einem Termin zum nächsten springt. Yvonne benutzt die App von der ITB, um den Überblick zu behalten. Doch das hilft leider auch nicht, wenn ein Riesenstand mit meterhohen Plakaten die Sicht verdeckt. Zwei weiteren Messebesucherinnen hingegen reicht der Messeplan aus Papier: „Mit dem Plan haben wir bis jetzt alles problemlos gefunden.“

Nach wirren Zickzackläufen durch die Hallen sehe ich endlich das ersehnte Afrika-Schild vor mir. Auch der Stand von Uganda ist nicht mehr weit. Ein Blick auf den Schrittzähler zeigt mir, dass ich 4789 Schritte von Las Vegas nach Uganda benötigte und dabei 156 Kalorien verbraucht haben soll. Von Miriam aus Kampala, Uganda lerne ich ein paar Worte eines Dialektes aus ihrer Heimat, welche für die nächsten Messetage mein Mantra werden: Lw’e yayale tabula! (Have fun and don’t get lost)

So mache mich auf zu meinem nächsten Termin, als ich mich prompt schon wieder verlaufe.

Allgemein ITB 2013

Wenn das Kind auf Reisen geht… Wie können Eltern sicher gehen, dass der Urlaub des Kindes ein Erfolg wird?

Daniel Ott auf dem Stand vom Bundesforum; Foto von: Pia-Maria Schäfer

Wenn Kinder das erste Mal allein verreisen, packt die Eltern oft die Angst. Wird mein Kind richtig  betreut? Ist die Unterkunft gut und das Essen gesund?

Eine erste Hilfe kann das Qualitätszertifikat des Bundesforums Kinder- und Jugendreisen sein. Unterstützt und finanziert wird diese Initiative vom Bundesfamilienministerium.  Sozusagen als die Beruhigungspille für alle besorgten Eltern. young press wollte von Daniel Ott, Projektmitarbeiter im Qualitätsmanagement, wissen, was diese Prüfung leisten kann.

young press: Sie werben mit dem Wort Qualität.  Was bedeutet es für Sie?

Qualität bedeutet für uns, dass sich die Veranstalter und Häuser Kriterien und Leitsätzen unterordnen. Das muss in schriftlicher Form gefasst sein. Ein Beispiel sind die Teamausbildungen bei Jugendreisen. Von der Auswahl der Betreuer, über die Betreuung vor Ort, bis zur Nachbetreuung nach dem Einsatz.

young press: Wie kommen die Eltern an Informationen und woher wissen sie, ob die Unterkunft geprüft ist?

Es ist eigentlich sehr leicht für Eltern einen Überblick zu schaffen, ob man seinen Sprössling mit einem Veranstalter verreisen lässt. Zuerst kann man auf die Seite des Bundesforums schauen, ob der Veranstalter ein Mitglied ist. Bei Mitgliedern kann man von einer vernünftigen Qualität ausgehen und darauf kann man sich dann auch verlassen.

young press: Aber worauf genau sollten die Eltern vor der Reisebuchung achten?

Wichtig bei Jugendreisen ist, wenn man gar keine Ahnung hat, sich erst mal auf der Homepage des Bundesforums zu informieren und dann, dass die Veranstalter eine umfangreiche Betreuung anbieten. Das ist das A und O, wenn man seine Kinder wegschickt, dann möchte man natürlich, dass die vor Ort gut betreut werden. Viele andere Kleinigkeiten sind auch wichtig. Wie werden die Kinder hingebracht, wie ist die Gesamtsituation vor Ort und wie ist das Notfallmanagement, wenn es drauf ankommt. Es gibt viele Dinge, die man beachten muss.

young press: Sie werben mit „Pädagogischen Begleitern“. Bei manchen Anbietern, wie RUF,  sind die Begleiter Studenten, die vielleicht Geschichte oder Physik studieren. Wie wird dort überprüft, ob sie geeignet sind?

Da kommt das System Qualitätssiegel zum Tragen, was die Auswahl der Reiseleitung angeht. Das heißt, dass in mehrtägigen Seminaren sichergestellt wird, dass diese Menschen, auch wenn sie scheinbar völlig fachfremd sind und nicht Pädagogik oder Tourismus studieren, für den Job im Sommer geeignet sind. Indem sie verschiedenste Anforderungen erfüllen, wie eine Abschlussshow zu erstellen oder auch in rechtlichen Fragen geschult werden. Das ist ganz wichtig im Umgang mit Jugendlichen.

young press: Auf der Homepage gibt es einen Fragebogen für Veranstalter. Den füllt man aus und sendet ihn zu Ihnen und dann ist man geprüft?

Das mit dem Qualitätsmanagement für Veranstalter ist sicher gut. Das läuft so ab, dass der Veranstalter sich den Fragebogen von der Homepage runter lädt und selbst mal schaut, wo er steht. Nach dem Ausfüllen und uns Zuschicken kontrolliert ein Gutachter den umfangreichen Fragebogen und bestätigt dies auch in einem Vorortbesuch. Dieser kann durchaus auch einen halben Tag dauern.

young press: Legt sich der Gutachter denn auch in ein Bett rein oder isst mit?

Nee, das jetzt nicht. Das „Sicher Gut“ ist nur für die Veranstalter. Die Unterkünfte werden auch von Gutachtern untersucht. Der macht so was. Das steht nicht auf einer Liste drauf, aber es kann durchaus mal passieren, dass der mitisst. Vor allem aber fragt er die harten Fakten des Hauses ab.

young press: Einmal festgestellte Qualität bleibt für immer oder gibt es weitere Überprüfungen?

Was den Turnus der Überprüfung des Zertifikats angeht, sind drei Jahre angesetzt. Dann müssen die ganzen Genehmigungen bei Häusern, wie Brandschutz oder Hygienerichtlinien, erneut überprüft werden. Auch bei den Veranstaltern kann sich einiges ändern. Da sind drei Jahre ein vernünftiger Zeitraum, um die Qualität dauerhaft gewährleisten zu können.

 

Das Interview führte Pia-Maria Schäfer.

Interview ITB 2013 Kinder- und Jugendreisen

Chance für Nachwuchsjournalisten. Presseworkshop young press berichtet täglich von der ITB Berlin 2013

Zum 19. Mal veranstaltet die Thomas-Morus-Akademie Bensberg in Kooperation mit der Messe Berlin einen Presseworkshop auf der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin. Ein Training on the job bietet der Workshop 15 jungen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die journalistische oder touristische Vorerfahrungen aus Studium oder Beruf mitbringen und sich um einen der Workshopplätze beworben haben. Unter fachkundiger Begleitung erstellen sie während der ITB Berlin 2013 den Pressedienst young press und vertiefen ihre (reise-)journalistischen Kenntnisse. Mit kritischer Distanz begleitet young press die Tourismusmesse in der Bundeshauptstadt. Das Augenmerk des Pressedienstes, der u.a. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell unterstützt wird, richtet sich dabei vor allem auf Themen, die sonst eher vernachlässigt werden: internationale Kinder- und Jugendreisen.

Betreut werden die jungen Journalistinnen und Journalisten von Dr. Jan-Christoph Kitzler (Deutschlandradio), Christine Berger (freie Reisejournalistin, u.a. National Geographic), Tobias Asmuth (freier Journalist u.a. FR, Berliner Tageszeitung), Edith Kresta (die tageszeitung) und Yvonne Zagermann (u.a. http://www.justtravelous.com). Die von young press produzierten Artikel werden auf mehreren Social-Media-Portalen wie Social-Media-Portalen wir Xing oder Facebook für spannende Diskussionen rund um das Thema Tourismus sorgen. Zudem werden die Artikel auf der Homepage der ITB Berlin und im Blog der Thomas-Morus-Akademie platziert.

Das Büro von young press befindet sich im Pressezentrum (Zwischengeschoss, Raum 503) und ist vom 6. bis 10. März 2013 täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt. Ansprechpartner sind Astrid Zand, Messe/ITB Berlin sowie Stefan Leister von der Thomas-Morus-Akademie Bensberg.

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Allgemein ITB 2013 Topstories